Die Sterndeuter haben den Impuls für die Sternsingeraktion gegeben. Doch es geht um viel mehr als um die Grundversorgung der Armen.
Ein paar Windel hätte Maria wohl besser gebrauchen können. Geburtenbeihilfe gab es ja damals nicht, kein Karenzgeld und von der Diskussion um das Familiengeld war man weit entfernt. Was die Herren aus dem Morgenland an die Krippe brachten, war – schlicht und einfach – unnütz, es sei denn, man hätte es veräußern und zu Geld machen können. Dennoch, die Gaben der Sterndeuter sind kostbar. Sie entziehen sich der heutigen Logik, wonach nur wertvoll ist, was auch nützlich ist. Weihrauch bekommt man heute auch im Drogeriemarkt um die Ecke. Damals allerdings war er wertvoll wie Gold.
Die Geschenke der Sterndeuter erzählen von einer neuen Lebensqualität. Wertvoll sind sie nur für den, der einen Sinn für das nicht Verwertbare hat. Der Duft des aufsteigenden Weihrauchs wird niemanden vor dem Verhungern retten. Doch er schafft Atmosphäre – ein heiliges Klima der Andacht und des Respekts. Handlungen, die mit der Gottesbeziehung zu tun haben, war der Weihrauch einst vorbehalten. Auch das Gold hat wenig Nutzen. Doch es schmückt und veredelt das Leben. Alltag wird zum Fest. Wer mit solchen Gaben beschenkt wird, der muss einem in der Tat viel bedeuten. Da geht es nicht bloß um Geschäftsbeziehungen – Geschenke in solchen Zusammenhängen wären verdächtig. Da geht es um Respekt, ja Liebe.
Die Gaben der Sterndeuter haben den Impuls für die Sternsingeraktion gegeben. Doch es greift nicht tief genug, wenn man dabei nur ans Sammeln für die Grundversorgung der Armen denkt. Es geht um den „Mehrwert“ im Geben. Über die materielle Versorgung hinaus gilt es das Herz mitzuschenken. Mit Dir möchte ich in Verbindung stehen. Wer mit solchen Gaben beschenkt wird, darf sich glücklich schätzen. Es sind in der Tat „zeitlose“ Gaben. Solches Schenken soll mit Weihnachten nicht zu Ende sein.