Die Zeiten, in denen Kirchen die Monopolstellung in der Gesellschaft gehabt haben, haben der Kirche selbst nicht gut getan. Lothar Pöll, Superintendent der methodistischen Kirche, sieht daher religiöse Strömungen wie die Esoterik nicht nur unter negativen Gesichtspunkten. Beim „Treffpunkt Ökumene“, der am 14. Mai im Linzer Ursulinenhof stattfand, wurde zwar die Notwendigkeit der Vorsicht gegenüber den vielfältigen esoterischen Strömungen betont, ebenso aber, dass es den Dialog mit Esoterikern geben muss. Die Kirchen haben den Boden preisgegeben, indem sie zu wenig auf die Sehnsucht der Menschen nach Übersinnlichkeit eingegangen sind, meinte der evangelische Pfarrer Mag. Wilhelm Todter. Der persönliche Gott des Christentums – im Gegensatz zu „Energien“ und „Mächten“ der Esoterik, könnte vielen Menschen zu anstrengend sein, vermutete Christine Haiden von der „Welt der Frau“. Menschen können sich in der Esotherik als etwas Besonderes fühlen, sprach Mag. Andreas Girzikovsky von der katholischen Sekteninformation einen der Gründe für das Interesse an Esotherik an. Dass die Esoterik Religion als reine Privatsache sieht, hält Pöll für korrekturbedürftig. Die Kirchen sind auch für die Menschen da, die ihnen nicht selbst angehören, nannte Todter als weitere Qualität des Christlichen.
Aus dem „Treffpunkt Ökumene“ wird am So., 2. Juni in der Sendung „Erfüllte Zeit“ ab 7.05 in Ö1 berichtet.