In Oberösterreich leiten die Barmherzigen Schwestern vom heiligen Karl Borromäus einen Kindergarten in Grieskirchen. In Bad Ischl, Gmunden und Stadl Paura wirken Schwestern in Altenheimen, die bis 2001 der Orden führte.
„Was wir als Borromäerinnen wollen, zeigt am besten unser Logo“, meint Sr. M. Elisabeth Mayr: „Wir strecken uns auf Jesus hin aus und neigen uns den Menschen zu. Wir erbitten von Jesus die Liebe und versuchen sie an die Menschen weiterzugeben.“
Kinder sind aufnahmebereit
Sr. Elisabeth ist Leiterin des Ordenskindergartens in Grieskirchen und bemüht sich in diesem Beruf ihre Berufung zu leben: „Es gibt nichts Schöneres als ein Kind, zu Jesus zu führen.“ Im Gebräuchebuch, der Auslegung der Ordensregel für die heutige Zeit, werden Kinder als Tempel des Heiligen Geistes bezeichnet: „Kinder sind neues Erdreich, bereit den Samen der Gnade in sich aufzunehmen.“ Die Spiritualität des Ordens zu leben, ist nicht nur Aufgabe der Schwestern: „Es geht auch darum, dass unsere Mitarbeiterinnen die barmherzige Liebe Gottes leben.“
Geistliches Zentrum
Der Kindergarten in Grieskirchen versteht sich – in bestem Kontakt mit der Pfarre – auch als geistliches Zentrum: Anfang der achtziger Jahre hat eine Gebetsgruppe im Kloster einen Ort zur Anbetung gefunden; nun kommen wöchentlich mehrmals Menschen aus Grieskirchen und Umgebung zum abendlichen Gebet vor dem ausgesetzten Allerheiligsten. „Immer mehr Menschen entdecken die Anbetung als Kraftquelle“, freut sich Schwester Elisabeth. Nicht nur Kindergartenkinder, auch Schüler/innen beleben das Haus der Schwestern: die Gebetsgruppenkinder. Für Jugendliche besteht die Gelegenheit zum „Klostern“, zu Schnuppertagen in der Schwesterngemeinschaft. Die Leitung der Altenheime in Bad Ischl, Gmunden und Stadl- Paura haben die Borromäerinnen der St.-Anna-Hilfe übertragen. Die katholische Stiftung führt die Häuser im Geist des Ordens fort und die 23 Schwestern, die bisher dort tätig waren, helfen weiterhin mit.
Dienerinnen der Armen
Gegründet 1652 in Nancy (Frankreich), packte die junge Frauengemeinschaft dort an, wo Not war: Kranke pflegen, Arme unterstützen und die Menschen zu den Sakramenten führen. Wegen einer Statue des heiligen Karl Borromäus über der Eingangstür nannten die Leute die Schwestern bald Borromäerinnen.
Von Prag aus wurden seit Mitte des 19. Jahrhunderts Niederlassungen in Nieder- und Oberösterreich sowie Wien gegründet. Die oberösterreichischen Borromäerinnen gehören zur Wiener Kongregation.