Claudia Mitscha-Eibl hat ihre dritte CD produziert. Sie singt Lieder, die sich gegen starre Rollenbilder von Mann und Frau wehren.
Begleitet wird die Theologin, die auch selbst singt, diesmal von einer kleinen Band. Das tut den Liedern und Arrangements gut. Die Stimme von Claudia Mischa-Eibl klingt unverbraucht, allerdings könnte in den höheren Lagen gesangliche Unterstützung die Kraft der Lieder verstärken. Inhaltlich gelingt es Mitscha-Eibl so manches heiße Eisen anzupacken. Sie singt gegen die Doppelmoral, fragt nach, was „weiblich“ sein wirklich bedeutet, thematisiert die tabuisierte Menstruation („Litanei vom Frauenblut“). Dass Männer alles können, nur mit dem Sensibel-sein Schwierigkeiten haben, greift sie ebenso auf wie die befreienden Frühlingsgefühle nach einem langen Winter („Frühlingslied“). In bewährter Form erhebt die Liedermacherin ihre Stimme, besingt die Macht, an die sie glaubt: Gott – und gibt der Hoffnung Ausdruck, dass das Ringen um Recht nicht vergebens ist. Einfache, berührende Lieder und Chansons – der kurze Ausflug ins Mundartfach bei „Liesl drah di“ ist übrigens gelungen!
Bestelladresse: Claudia Mitscha-Eibl, Chimanigasse 1, 2100 Korneuburg bzw. www.beginn.at/claudia.