Organisationen sind zur Zeit nicht „in“. Doch die Männer von Schlierbach leben gegen den Trend. Auf Initiative von DI Franz Pilz haben sie die Katholische Männerbewegung (KMB) der Pfarre wieder belebt und sich damit einer österreichweiten Organisation angeschlossen. Zwanzig Männer nahmen an der Gründungsversammlung teil, ihr Durchschnittsalter liegt deutlich unter 50 Jahre.
Herr Pilz, was hat Sie bewogen, Männer zu regelmäßigen Zusammenkünften einzuladen?Pilz: Ein Vortrag des australischen Erziehungswissenschafters Steve Biddulph war ausschlaggebend. Damit Männer sich in unserer schnelllebigen Zeit spirituell entwickeln können, sind Männerbünde notwendig, sagte er. Ich habe gespürt, dass ich einen solchen Männerbund – wie Biddulph das nennt – brauchen würde.
Warum haben Sie sich dann für die Gründung einer KMB-Gruppe entschieden?Pilz: In der Kirchenzeitung las ich, dass die KMB den Erzbischof Romero-Preis an eine Frau vergibt. Und zwar an Waris Dirie, das Topmodel, das gegen die Genitalverstümmelung von Frauen kämpft. Da habe ich gemerkt, die KMB ist eine Organisation, die etwas weiterbringt. Ich weiß auch, dass man eine Struktur im Hintergrund braucht, wenn man wirklich etwas bewegen will.