„Klöster und Ordensgemeinschaften sollen Modelle und Vorbilder für einen christlichen Umgang mit der Schöpfung sein“, betonte Michael Rosenberger bei der jährlichen Konferenz der Ordensfrauen und -männer.
Rosenberger, Umweltsprecher der Diözese Linz und Professor für Moraltheologie, machte deutlich, dass die Sorge um die Schöpfung zu den Kernaufgaben des kirchlichen Lebens gehört und kein Randthema ist: „Die Kirche dient dem Kommen des Reiches Gottes, das nicht nur die Menschen, sondern die gesamte Schöpfung umfasst.“ Der Blick in die Geschichte zeigt, dass Innovationen für die Kirche zumeist von Ordensgemeinschaften ausgegangen sind, so Rosenberger. Klöster haben eine besondere Modellfunktion, weil sie öffentlich leben. Der Glaube spielt in den Ordensgemeinschaften nicht nur am Sonntag eine Rolle, sondern prägt den Alltag: vom Zusammenleben über den Umgang mit den Mitarbeiter/innen bis zu Fragen der Wirtschaft. Ob gewollt oder nicht: Klöster sind Aushängeschilder des Glaubens.
Klöster geben Richtung vor
Der diözesane Umweltsprecher: „Da Klöster und Ordensgemeinschaften einen intensiven Bezug zur Schöpfung haben, kommt ihnen auch im Bereich der Schöpfungsspiritualität eine besondere Vorbildfunktion zu.“ Die Stifte besitzen Wälder und Felder, viele Gemeinschaften verköstigen Gäste und Schüler/innen in großer Zahl und alle haben in der Regel energieintensive Gebäudekomplexe zu erhalten. Als erste Adresse in der Kirche für gelebte Schöpfungsverantwortung bezeichnet Rosenberger daher die Ordensgemeinschaften. An konkreten Schritten, wie die Orden diese Anforderung umsetzen können, zählt er auf: in der Ernährung regionale, ökologische und fair gehandelte Produkte zu bevorzugen, in den Ordensspitälern die Arbeitsprozesse umweltbewusst zu gestalten und in der Land- und Forstwirtschaft auf ökologische Bewirtschaftung umzustellen.
Die Liturgie der Schöpfung
Rosenberger weist mit Nachdruck auch auf die Gottesdienste hin: „Mit den Bitttagen, Kräutersegnungen und Erntedank – um nur einige zu nennen – bietet die Kirche die Möglichkeit, die Spiritualität der Schöpfung auch liturgisch zu feiern.“