Im Land Oberösterreich ist Energie sparen angesagt
Ausgabe: 2005/41, Politik, Energie, Energieverbrauch, Anschober, Caritas, Küberl
12.10.2005
- Ernst Gansinger
Wenn es nach dem politischen Willen von Landesrat Rudi Anschober geht, soll Oberösterreich Energiespar-Europameister werden.
Der Energieverbrauch ist in den vergangenen Jahren in unserem Bundesland besonders stark gestiegen. Die Hauptursache dafür liegt im starken Ausbau der Industrie und in der enormen Zunahme des Verkehrs. Der steigende Ölpreis bringe neben den Nachteilen auch Chancen für eine Ökologisierung der Energie, sagt Landesrat Anschober. Die Autofirmen bauen Sprit sparendere Autos. Auf die Energieberatung setzte ein Ansturm ein. Oberösterreich wird als erste Region die EU-Energieeffizienz-Richtlinie umsetzen. Die neue Wohnbaufördrung bringe starke Energieeinsparungen. Der Landesenergiepreis 2006 „Energie-Star 2006“ hat ebenfalls die Energieeffezienz zum Schwerpunkt. Noch bis Mitte Jänner 2006 können Projekte eingereicht werden. Im März 2006 wird in Oberösterreich die Europäische Energieeffizienzkonferenz stattfinden.
- www.energiesparverband.at
Politik
Arm und reich <7h4>„In einem reichen Land ist es verdammt schwer zu erkennen, dass es Armut gibt. Aber sie gibt es abertausend Mal.“ Der Präsident der Caritas Österreich, Franz Küberl, wies beim „Hypo Sozialtag 2005“ auf typische Armutsbilder hin: Obdachlose, die unter ähnlichen Stresssymptomen leiden wie Spitzenmanager. Arme Menschen leben häufig in schlechten Wohnungen. Langzeitarbeitslosigkeit ist ein Schiefbrett in die Armut. Eine kaputte Waschmaschine kann das Haushaltsbudget aus den Angeln heben. Arme Menschen kapseln sich ab, ziehen sich zurück. Menschen mit einem geringen Einkommen haben häufig existenzielle Angst. Auch die Nichtteilnahme an Wahlen brachte Küberl mit der Frage der Armut in Verbindung: Die Demokratie wird nicht durch die Faulheit der Wähler ausgehöhlt, sagte er, sondern durch das Phänomen der Armut und damit der Hoffnungslosigkeit. Der Präsident der Volkshilfe Österreich, der Linzer Universitätsprofessor für Gesellschaftspolitik, Dr. Josef Weidenholzer, mahnte: „Armut geht uns alle an.“ Er appellierte, damit aufzuhören, die Armen auszugrenzen. Österreich müsse eine Sozialpolitik machen, die vom Grundsatz des Respekts geprägt ist. Arme brauchen nicht unser Mitleid, sondern die Wertschätzung der Gesellschaft, betonte Weidenholzer. Eine Art, wie eine reiche Gesellschaft der Armut gegensteuern könne, sei das „Grundeinkommen für alle“.