Ab 3. November 2005 legen Österreichs Bischöfe Papst Benedikt XVI. Bilanz über ihre Arbeit und besprechen künftige Weichenstellungen für die Kirche des Landes. Bischof Ludwig Schwarz gibt den Gläubigen seiner Diözese Einblick in Ablauf und Themen der Rom-Visite.
Mit welchem Gefühl fährt man als „frisch gebackener“ Diözesanbischof nach Rom?
Bischof Schwarz: Als Bischof, der erst seit einem Monat im Amt ist, hat man noch etwas Schonfrist. So hat alle Berichte noch mein Vorgänger Bischof Maximilian mit seinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen erstellt. Ich darf sie aber präsentieren. Ein Ad-Limina -Besuch ist schon ein Impuls für die pastorale Arbeit eines jeden Bischofs. Überall bedarf es der Rechenschaft, des Gesprächs und der weiteren Planung. Das soll bei diesem Besuch geschehen.
Die Begegnung mit dem Papst wird der Höhepunkt der Tage in Rom sein ...
Bischof Schwarz: Ja, mir wurde schon mitgeteilt, wann ich den Heiligen Vater treffen werde. Und zwar am 4. November um 11 Uhr. Jeder Bischof hat rund eine halbe Stunde, in der er mit dem Papst allein reden kann über die Freuden und Belange, die da sind.
Was werden Sie bei Ihrem persönlichen Treffen mit dem Papst ansprechen?
Bischof Schwarz: Ich habe vor, die Seligsprechung Franz Jägerstätters und Bischof Rudigiers, des Erbauers unseres Mariendoms, anzusprechen. Das sind zwei Anliegen, die ich dem Papst unterbreiten werde. In der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen möchte ich natürlich ebenfalls auf diesen Wunsch der ganzen Diözese hinweisen.
Und was werden weitere Themen sein?
Bischof Schwarz: Weitere Inhalte des Gesprächs sind durch die Fragebögen aus Rom vorgegeben wie zum Beispiel die Frage der geistlichen Berufe und der Glaubensverkündigung.
Werden Sie die skandalöse Kampagne, die im Frühjahr gegen Bischof Aichern wegen Fragen der Liturgie geführt wurde, ansprechen und richtig stellen?
Bischof Schwarz: Ja, ich habe versucht das schon in Linz klarzustellen und wenn in Rom in der zuständigen Kongregation die Möglichkeit besteht, möchte ich auch darüber reden.
Was bedeutet ein Ad-Limina-Besuch für die Kirche eines Landes?
Bischof Schwarz: Ich wünsche mir und bitte die Gläubigen, dass sie uns Bischöfe in diesen wichtigen Tagen mit ihrem Gebet unterstützen und dass sie mit Engagement hinter dieser Begegnung mit dem Zentrum der Weltkirche stehen. Wir dürfen uns vor Augen halten, dass wir in einer großartigen Diözese leben. Wir sind aber ebenso Teil einer größeren Kirche, der Weltkirche. Daher sind die Beziehungen zum Nachfolger des Petrus, zum Papst, zu Rom und zum Lehramt wichtig, weil von da immer wieder neue Impulse und Orientierrungshilfen für eine Diözese kommen.
Erwarten Sie konkrete Aufträge aus Rom für Ihre Diözese?
Bischof Schwarz: Nein, aber wir erwarten ein Abschlussdokument, das uns der Papst übergeben wird. Wenn er es so wie sein Vorgänger handhabt, wird er darin drei, vier Themen ansprechen, die ihm besonders am Herzen liegen. Die werden wir in der anschließenden Bischofskonferenz bearbeiten und in der Folge versuchen, Sie auch in unseren Diözesen umzusetzen.