Der einzige Nachteil von Wildfrüchten: Sie sind nicht so komfortabel zum Ernten und Verarbeiten. Genießer/innen verwenden sie trotzdem, weil der Geschmack die Arbeit mehr als rechtfertigt.
Neben dem meist unvergleichlichen Geschmack bieten Wildfrüchte kostbare Inhaltsstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe. Wer zum Beispiel glaubt, den Winter nur mit Südfrüchen ohne Verkühlung zu überstehen, liegt falsch. Vitamin C ist ausreichend in heimischen Beeren vorhanden: Hollunderbeeren oder Hagebutten sind nur zwei Beispiele. Und wen doch eine Verkühlung erwischt hat, dem hilft sicher ein Aufguss aus frischen oder getrockneten Lindenblüten. Die gibt es natürlich in der Apotheke zu kaufen. Für viele Naturgüter muss man sich selbst ins Grüne aufmachen. Das ist ja schon an sich gesund für Körper und Geist.
Überfluss. Der Herbst ist für Spaziergänge mit einem Sammelkorb besonders ergiebig: Früchte, Nüsse, Blätter und Pilze gibt es im Überfluss. Wer in Wald und Flur erntet, sollte aber bedenken, dass vieles, was wächst, Nahrungsquelle für Wildtiere im Winter ist. Bäume und Sträucher zum Beispiel also nicht ganz abernten – Vögel werden dafür dankbar sein. Dass man darauf achtet, Gehölze nicht zu beschädigen, sollte selbstverständlich sein.
Reiche Ernte. Ein beliebtes Ausgangsprodukt für Konfitüren sind die Beeren der Eberesche (Vogelbeere) oder Hagebutten. Eine gute Kombination zu allen Wildfrüchten sind Äpfel. Hagebutten sind am besten zu verarbeiten, wenn das Fruchtfleisch rot und noch fest ist. Die Nüsschen müssen entfernt werden. Ein gehäufter Teelöffel frischer Hagebutten oder ein gestrichener getrockneter zwei bis drei Minuten ziehen lassen, ergibt einen fein säuerlichen Tee. Vogelbeeren und Schlehen sollte man nach dem ersten Frost ernten, weil dadurch der bittere Geschmack verschwindet.
- Buchtipp: Ernten aus der Natur. Sammeln in Feld, Wald und Flur, Axel Gutjahr, Cadmos Verlag GmbH, Euro 11,30.