Er hätte sogar mit Vögeln sprechen können. So heißt es vom heiligen Franziskus. Und: Mitten im fünften Kreuzzug suchte er den muslimischen Sultan in Ägypten auf, um ihm vom Evangelium zu erzählen. Diese Begegnung hat den Sultan tief bewegt. Franziskus öffnet Wege – dass der Mensch als „Krone der Schöpfung“ nicht gegen die Schöpfung leben muss und dass er als Glaubender nicht gegen Andersgläubige denken und handeln braucht. Es waren nicht nach seinem persönlichen Geschmack gezüchtete Tiere, sondern Wildtiere, mit denen Franz Umgang hatte. Kein Stammbaum war notwendig. Tierliebe ist heute oft Liebhaberei, ja Spielerei mit dem Tier. Tiere werden nach streng geregelten Kriterien gezüchtet. Lebensrecht hat, was der Mode entspricht und sich vermarkten lässt. „Rassismus“ in Bezug auf Tiere ist nicht verpönt, wird vielmehr selbstverständlich genommen. Leben darf, was gefällt. Anders bei Franziskus. Tiere als Teil der Schöpfung sind mehr als Nutztiere. Und Franziskus hatte eine erste Ahnung davon, dass auch aus dem Mund von Muslimen, vor denen das Abendland erzitterte, das Lob Gottes erklingt. Es ist die Haltung des Respektes vor dem anderen. Vielleicht sollten Österreichs Politiker in dieser Woche gelegentlich an Franziskus denken.