„Er kann einmal auch nichts mit hinüber nehmen!“ So spricht man von Menschen, die sich ihr Leben recht bequem ausstatten – und die sich leisten können, was für andere unerschwinglich scheint. „Im Tod sind alle gleich!“, sagt der Volksmund – und denkt dabei vor allem an das Verlieren. Als ob der Tod ein einziges Wegnehmen, der Verlust schlechthin wäre.
Die christliche Hoffnung sieht es umgekehrt. Nicht der Verlust, sondern die Erfüllung wartet an dieser Schwelle, die der Mensch mit seinen sieben Sinnen als Lebensende bezeichnet und auch als solches wahrnimmt. Erst im Loslassen des Vorläufigen werden die Hände frei, um die Gabe des ganzen Lebens annehmen zu können – ohne all die Begrenzungen, mit denen Menschen täglich zu ringen haben. Es stimmt. Mitnehmen kann man nichts. Doch der Apostel Paulus benennt die Brücke, auf der der Weg hinüber gelingen kann: „Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei.“ Was mit Glaube, Hoffnung und mit Liebe in diesem Leben verbunden ist, hat end-gültige Bedeutung. Es trifft den Einzelnen und es trifft auch die ganze Kirche. Viel Vorläufiges wird sie zurücklassen, damit Platz wird, wofür sie Abbild ist: Gottes Reich. Wenn es kommt, das wird ein Fest sein.