„Glaube muss konkret sein!“ – Zu dieser Botschaft brachte der aus Vorarlberg stammende brasilianische Bischof Erwin Kräutler beim Diözesantag der Katholischen Männerbewegung am 25. Oktober in Puchberg viele bewegende Zeugnisse.
„Die Kirche muss eine dienende Kirche sein.“ Diese Forderung war eine von vier, die Kräutler in seinem Referat „Glaube und Leben im Alltag“ erhob. Bischof Dom Erwin Kräutler dient vor allem den Indios in der Diözese Xingu. Dialog sei eine weitere Aufgabe der Kirche. Und dieser Dialog könne nicht vom Pferd aus geschehen, denn Dialog brauche Augenhöhe, sagte Kräutler – Augenhöhe auch zwischen den Kulturen. Dies werde in Amazonien, wo Großgrundbesitzer über die Rechte armer Indios „drüberfahren“, schwer missachtet. Mit windschiefen Besitztiteln jagen sie den Armen ihr Land ab, bedrohen sie. Die Kirche habe hier eine Dialogverpflichtung, um glaubwürdig in den weiteren Aufgaben zu sein – die da sind Verkündigung und Zeugnis.
Die Gier der Reichen. Zeugnis aber, auf der Seite der Armen stehend, ist gefährlich. Allerdings ist der Bischof unerschrocken: „Wenn wir wissen, dass Gott den Weg mit uns geht, werden wir vor dem Tod nicht zurückschrecken“. Kräutler erinnerte an die Ordensfrau Sr. Dorothy Stang, die sich in seiner Diözese für die Indios einsetzte. Sie wurde vor vier Jahren im Auftrag von Großgrundbesitzern ermordet. – Die Gier der Reichen räumt mit dem Leben anderer auf.
Applaus für Kräutler. Lange dauerte der Applaus für Bischof Dom Erwin. Mehr als 400 Teilnehmer/innen an diesem Diözesantag der Katholischen Männerbewegung wurden gestärkt, auch von Kräutlers Ermutigung: „Geduld ist gefordert. Es kann lange dauern ... Wir gehen den Weg weiter, weil Er mit uns ist“, sagte Kräutler und mahnte mit einem brasilianischen Sprichwort: Man kann nicht Gott und dem Teufel gleichzeitig eine Kerze anzünden!