Gesprochen hatte man schon öfter davon, das Kulturhauptstadt-Jahr gab den endgültigen Anstoß: Erstmals trafen sich Vertreter/innen jener österreichischen Pfarren, die den heiligen Severin zum Patron haben. Gastgeberin war die Linzer St.-Severin-Pfarre.
Mit einem Festgottesdienst, dem Bischof Maximilian Aichern vorstand, feierten vier der fünf österreichischen Severinspfarren in Linz den Schutzheiligen ihrer Gemeinde. In seiner Predigt nannte Bischof Aichern den heiligen Severin einen „Kompass für unser christliches Leben“: „Heute wie in den Zeiten Severins leben wir in einer Welt des Umbruchs. Severin war ein Mann des Glaubens, der Nächstenliebe und der Versöhnung. Nach seinem Vorbild sollten wir Herz und Hände weit geöffnet haben, nicht nur Glaubensbrüdern und -schwestern gegenüber, sondern allen, die bedürftig sind.“ Der Kirchenchor aus Linz-St. Severin gestaltete den Gottesdienst mit der „Missa breve Nr. 7 in C“ von Charles Gounod mit.
Beziehung fortführen. Für die rund 50 Gäste aus Tulln, Wien-Sievering und Salzburg-Gnigl sowie die Gastgeber aus Linz waren der Gottesdienst und die Begegnung so anregend, dass sie sie fortführen wollen. Aus der Severinpfarre Wien-Neuwähring konnten keine Delegierten nach Linz kommen, da Kardinal Schönborn zu selben Zeit die Pfarre visitierte. Pfarrer Anton Schwinner aus Tulln gab einen Überblick über die Severindarstellungen im Donauraum. Die älteste Darstellung befindet sich auf einem Schlussstein in der romanischen Severinskirche in Passau. Severin ist neben dem heiligen Florian der zweite Diözesanpatron von Linz. Der Mönch kam nach dem Tod des Hunnenkönigs Attila (453) nach Ufernoricum, der früheren römischen Provinz nördlich der Ostalpen. Dort betätigte er sich als Mahner, Helfer und Seelsorger, setzte sich für die öffentliche Ordnung und für die Pflege des christlichen Glaubens ein.