Ausgabe: 2009/03, Verschwendung, Anstiftung, Geld, Wirtschaft, Sparen, Kredite, Weniger
14.01.2009
Kauft, gebt Geld aus – sonst kommt die Wirtschaft zum Stillstand, und dann gibt es erst recht nichts mehr zu kaufen und zu verdienen. So sagen sie. Und also pumpt man Geld in Banken, damit diese endlich wieder Kredite vergeben – zum Investieren, zum Ausgeben – damit der Motor nicht abstirbt. Lebt bescheiden. Seid sparsam! Versucht, mit dem Nötigsten auszukommen. Wirtschaftsschädigend klingen solche Impulse nahezu, die man in Predigten zu hören bekommt. Aber was verstehen Kirchenleute schon von Wirtschaft.
Jetzt wurde sogar eine Prämie für den Umtausch eines alten Autos gegen ein neues vorgeschlagen – um die Autoindustrie zu retten. Eine glatte Anstiftung zur Verschwendung ist das. Reparaturversuche für ein Wirtschaftssystems, das nur mit Wachstum funktioniert und immer deutlicher an seine Grenzen kommt. Möglichst schnell soll man wieder in die sicheren Gefilde des Wachstums kommen. Das hieße aber, genau jenes Vehikel flott zu machen, mit dem man in die Krise gesteuert ist. Verändern wird sich erst etwas, wenn man die Kunst des Weniger schafft. Es muss nicht immer mehr erfunden, produziert und verkauft werden. Was gut für die Wirtschaft ist, muss auch gut für den Menschen sein.