Ausgabe: 2009/03, Brücken, Willi Weisz, Kopf der Woche, Tag des Judentums, Dialog, Medizin-Ethiker,
14.01.2009
- Hans Baumgartner
Am 17. Jänner begehen die Kirchen Österreichs zum zehnten Mal den „Tag des Judentums“. Willy Weisz erhofft sich davon, dass die Neugier, mehr über das Judentum wissen zu wollen, wächst.
Seit seiner Schulzeit hat sich Willy Weisz für religiöse Fragen interessiert. Dabei ist nicht nur seine eigene Verwurzelung im Judentum tiefer geworden, es ist auch die Neugier gewachsen, was die ihn umgebenden Religionen lehren und leben. Dass auch in den christlichen Kirchen die Neugier, mehr über das Judentum wissen zu wollen, wächst, das wünscht sich Weisz vom „Tag des Judentums“. „Denn der beste Weg, um Fehlinformationen und Vorurteile abzubauen, ist es, wenn wir möglichst authentisch aus erster Hand erfahren, wie andere ihren Glauben sehen und leben“, ist Weisz überzeugt. Dsehalb stellt sich der Informatiker an der Uni Wien, der sich auch als Medizin-Ethiker einen Namen gemacht hat, seit Jahren immer wieder für Vorträge und Gesprächsrunden über das Judentum zur Verfügung. Die wachsende Nachfrage freut ihn.
Dialog. Seine Vortragstätigkeit, aber auch sein Engagement (gemeinsam mit seiner Frau) im interreligiösen Dialog am Allgemeinen Krankenhaus Wien haben Weisz vor zwei Jahren schließlich auch in den Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit geführt. Seit 2008 ist er dort Vizepräsident. Im AKH und im Koordinierungsausschuss erlebe er ein fruchtbares Miteinander „auf gleicher Augenhöhe“. Gleichzeitig gebe es aber auch herbe Rückschläge, die ihn zweifeln lassen, ob manche Persönlichkeiten der katholischen Kirche oder des Islam den Dialog wirklich ernst meinen, bedauert Weisz.
Dr. Willy Weisz: „Es ist erstaunlich, wie wenig viele Christen, auch in höheren Kirchenetagen, über das Judentum wissen, wo wir doch große Teile der Bibel miteinander teilen. Mehr voneinander zu wissen bedeutet auch mehr Verständnis für die Bedürfnisse des anderen im Alltag.“