Seit 15 Jahren lebt Sr. Juliana Baldinger NDS aus Meggenhofen in dem Dorf El Berba (Ägypten), wo sie behinderte – christliche und muslimische – Kinder betreut. Sie freut sich, dass sich zunehmend junge Frauen für ihre Ordensgemeinschaft, die Sionsschwestern, interessieren. Vor zwei Jahren ist als Erste Wafaa Shahhata in den Orden eingetreten. Kürzlich wurde Nargis Taufik in die Gemeinschaft aufgenommen. Sie ist die zweite Novizin bei den Sionsschwestern in Ägypten. Die Kongregation Unsere Liebe Frau von Sion wurde 1852 von dem jüdischen Konvertiten-Brüderpaar Theodore und Alphonse Ratisbonne gegründet. Die Gemeinschaft, die in 21 Ländern Niederlassungen hat, hält das Bewusstsein an die jüdischen Wurzeln des Christentums wach und setzt sich im Geist der Propheten Israels für Gerechtigkeit und Frieden ein.Gaza-Krieg und die Christen. Der israelische Einmarsch ist natürlich auch in Ägypten Gesprächsthema Nummer 1. Die Christen des Landes werden in diesem Fall nicht bedroht, da kein „christlich“ europäischer Staat Israel direkt unterstützt, erzählt. Sr. Juliana: „Die Predigten in den Moscheen sind aber erschreckend. Was via Mikrofon durch die Straßen hallt, ist Hass und wiederum Hass.“ Die Unversöhnlichkeit, die den Menschen eingepflanzt wird, kann man nur schwer wieder aus ihren Herzen entfernen. Sr. Juliana bedauert, dass nicht die Verse des Koran, die zum Frieden mahnen, aufgegriffen werden: „Auch diese gehören zum Koran, zum ganzen Koran.“