Der Grazer Liturgiewissenschafter Basilius Groen referierte zum Tag des Judentums in Linz über „Antijudaismus in der Liturgie“. In den Karfreitagsfürbitten betete man – bis 1959 – für die „treulosen Juden“. „Das war eher einen Kontra-Bitte als eine Fürbitte“, erklärte Groen. Im Zuge der liturgischen Erneuerung des 2. Vatikanischen Konzils wurde die Fürbitte völlig neu formuliert. Als nach der Erlaubnis der tridentinischen Messe durch Benedikt XVI. im Herbst 2006 die alte Fürbitte wieder gesprochen werden sollte, verfasste der Papst eine neue Fürbitte, die aber einen Großteil der jüdischen Verbände nicht zufrieden stellt. Großen Reformbedarf ortet Groen in der orthodoxen Kirche. Hier muss die Liturgie dringend von eindeutigen antijüdischen Formulierungen, wie z.B. Gottesmörder, gereinigt werden.