Ausgabe: 2009/32, Korruption, islamische Gewalt, Norden Nigerias, Kommentar, Afrika, Nigeria
05.08.2009
- Susanne Huber
Korruption und islamische Gewalt
Im Norden Nigerias toben heftige Kämpfe zwischen Armee und radikalislamistischen Extremisten, den so genannten Boko-Haram-Sektenanhängern. Sie wollen einen Gottesstaat; wollen keinen westlichen Lebensstil; wollen, dass das islamische Recht, die Scharia, in ganz Nigeria eingeführt wird. In einigen Regionen des Landes ist dies bereits geschehen. Der Norden Nigerias ist muslimisch, der Süden christlich. Da kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen. Doch dieser Konflikt hat fanatische Züge. Nachdem am 26. Juli mehrere Mitglieder der Boko-Haram-Sekte festgenommen wurden, schlugen Sektenanhänger mit voller Wucht zurück. Ihr Anführer wurde getötet und nun befürchtet man, dass die Lage weiter eskaliert.
Nach Jahren der Militärdiktatur will die Demokratisierung im Land einfach nicht gelingen. Trotz Ölreichtums gelingt es auch nicht, die Armut in dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas zu minimieren und die Wirtschaft anzukurbeln. Und warum? Neben den ethnischen und religiösen Konflikten in Nigeria spielen Gewalt und Korruption eine tragende Rolle und sind allgegenwärtig. Ein Präsident, der zwar nach seiner Wahl 2007 versprochen hatte, gegen die Korruption anzukämpfen, hat dies seit seiner Wahl nicht getan, sich nicht darum bemüht, die Armut in der Bevölkerung zu minimieren. Solange korrupte Herrschende und Mächtige am Ball sind und den Reichtum unter sich aufteilen, hat das Volk verspielt und haben gewalttätige Fanatiker es immer wieder in der Hand, Unruhe und Chaos in Nigeria zu verbreiten.