Die öffentlichen Bibliotheken entwickeln sich immer mehr zu Multimediazentren. DVDs werden im Schnitt viermal so oft ausgeliehen wie ein Buch.
Seit mehreren Jahren steigen in Bibliotheken die Entlehnungen im Bereich der sogenannten „Non-Book-Medien“. Zu diesem gehören neben DVDs auch Zeitschriften, Spiele und Hörbücher. Die 195 Bibliotheken, die von Pfarren verwaltet oder mitverwaltet werden, haben einen Medienbestand von insgesamt 946.800 Medien. Mittlerweile sind 12 Prozent davon keine Bücher.
Treffpunkt. Neben einem Ort zum Lesen verstehen sich Bibliotheken immer mehr als gesellschaftlicher Treffpunkt der Gemeinde. „Am Sonntag Vormittag besuchen viele junge Familien vor dem Gottesdienst die Räumlichkeiten, um sich auszutauschen,“ freut sich etwa die Leiterin der Pfarrbibliothek Garsten, Brigitte Mausz. „Wir haben aber auch einen Bildungsauftrag: Das Lesen den Menschen in der Gemeinde näherzubringen. Vor allem den Kindern,“ ist Mausz überzeugt.
Modern. Die Garstener Bibliothek ist besonders kundenorientiert. „Wir haben das derzeit modernste Bibliotheksprogramm. Es ermöglicht den Leser/innen über das Internet, von zuhause aus, unseren Medienbestand abzurufen, Bücher zu reservieren und in die eigenen Entlehntätigkeiten einzusehen,“ betont Mausz. Ein entscheidender Faktor ist, dass die Stadtbibliothek Steyr nicht weit entfernt ist. Daher muss sich die Pfarrbibliothek mit den Entlehngebühren an deren Tarife anpassen. „Viele geben uns aber als Rückmeldung, dass wir aktueller sind und neuere Medien führen,“ freut sich Mausz.
Ehrenamtliches Engagement. Alle Mitarbeiter/innen engagieren sich ehrenamtlich. „Besonders viel Zeit nehmen die Veranstaltungen wie der Bücherflohmarkt in Anpruch, der zwei mal pro Jahr stattfindet. „Die Bibliothek besteht seit 85 Jahren. Sie ist eine Institution, die man sich aus der Gemeinde Garsten nicht mehr wegdenken kann,“ ist Mausz stolz.