Ausgabe: 2009/32, Obama, Bedenken, ethische Position, Ethik, katholische Bischöfe, Bush, Pro Life, Wahlrecht, Pro Choice
05.08.2009
Die US-amerikanischen katholischen Bischöfe stehen der von Präsident Barack Obama geplanten Gesundheitsreform mit gemischten Gefühlen gegenüber. Einerseits hatten die Bischöfe das Vorhaben Obamas begrüßt, dennoch blieben Vorbehalte gegen die ethischen Positionen Obamas bestehen. „Die US-Bischöfe befürchten seit der Wahl Obamas, dass er in Fragen des Lebensschutzes liberale Gesetze erlässt, die der kirchlichen Lehre entgegenstehen. Es gibt Kräfte in der Demokratischen Partei, die Obama dazu drängen, die Abtreibung durch ein neues Gesetz ganz freizugeben. Auch hat Obama das von Ex-Präsident Bush erlassene Teilverbot staatlich finanzierter Forschung an menschlichen Embryonen aufgehoben“, so der deutsche US-Experte Ferdinand Oertel im Gespräch mit „Radio Vatikan“. Die Bischöfe setzten sich aber dafür ein, dass der Zugang zur Krankenversicherung allen US-Bürgern offen steht. „Das betrifft vor allem die Aufhebung des bisher bestehenden Verbots für Millionen hispanischer Einwanderer, vor allem für deren Kinder, die ja US-Staatsbürger sind“, so Oertel. Nach wie vor gebe es aber innerhalb der katholischen Kirche in den USA Spaltungen in der Frage des Lebensschutzes. „Pro Life“-Anhänger seien für den unbedingten Schutz des ungeborenen Lebens ohne Ausnahmen. „Pro Choice“-Anhänger hingegen wollten der Frau ein Wahlrecht einräumen, ob sie eine ungewollte Schwangerschaft austrägt oder nicht.