Das Wort „loyal“ wird ständig strapaziert, aber was erfordert wahre Loyalität wirklich? So wie für jedes ethisch und moralisch einwandfreie und gute Handeln, beruhen Gehorsam und Treue und damit auch die Loyalität zuerst einmal auf Wahrhaftigkeit, Gerechtigkeit, Liebe etc. Wenn ich mich also zu einem Freund, Partner oder Vorgesetzten loyal verhalten soll, dann muss ich ihm, falls er in seinen Äußerungen und seinem Handeln davon abweicht, widersprechen oder widerstehen – gerade aus Loyalität! Jemandes in irgendeiner Weise unrichtiges Denken, Sprechen oder Verhalten zu unterstützen und es nach außen zu vertreten, ist verantwortungslos und hat nichts mit wahrer Loyalität zu tun. Die falsche Auffassung von Gehorsam, Treue und Loyalität hat viel an Unrecht und Unheil verursacht, aber sie ist eben bequem. Mit wahrer Loyalität muss man ebenso wie zur Zustimmung und Verteidigung zu Widerspruch und Widerstand bereit sein – und damit macht man sich nicht beliebt. Allerdings kommt es nie darauf an, bestimmte Erwartungen zu erfüllen, um sich damit beliebt zu machen, sondern wahrhaft zu lieben!
Franz Schobesberger,Pfarrer in Brunnenthal
(....) Das Geheul über den abberufenen Sprecher des Bischofs, welcher dem Bischof auf keinen Fall ehrlich zur Seite stand, tut den Erz-Liberalen in unserer Kirche weh. In der Fußball-Sprache würde man sagen, es steht 1 zu 3. Wenn man den Konservativen das Erz bei jeder Gelegenheit voraussetzt, so müsste man froh sein, dass es Kämpfer gibt wie „Ja zum Leben“ oder „Jugend für das Leben“. (....) Die Entscheidung von Bischof Ludwig ist auf jeden Fall zu unterstützen, um dem erz-liberalen Geist in unserer Diözese entgegenzutreten.
Josef Leibetseder, BGM. A. D., Altenfelden
Im Sprung gehemmt
(...) Johannes XXIII. hat noch von Aggiornamento sprechen können, nun sind wir „im Sprung gehemmt“. Leider wird wahr, was der Theologe Dr. Walter Kirchschläger (eine international anerkannte Persönlichkeit von Weltbli-cke!), erst jüngst bei einem Vortrag sagte: „Scheut die Kirche entsprechende Entscheidungen und bleibt lieber beim Bisherigen stehen, macht sie nicht nur einen methodischen Fehler, sondern sie wird ihrem dynamischen Erbe und ihrem ursprünglichen Wesenszug einer ständigen Verheutigung untreu. Wer stillsteht setzt bereits den ersten Schritt zurück.“ – Wollen wir das?