Ausgabe: 2009/33, schön, nett, Elisabeth Leitner, Festspielzeit, feine Gesellschaft, Kultur, Kultur-Erleben, Seh- und Hörbilder, Kirchenmusik, Verkündigung, Sonntagsgottesdienst
12.08.2009
Festspielzeit ist angesagt. Die feine Gesellschaft gibt sich ein Stelldichein an prominenten Plätzen. Die Auseinandersetzung mit Kunst scheint dabei nur eine untergeordnete Rolle zu spielen. Sitzt das Kleid, passt das Outfit? – Doch halt. Nur nicht vorschnell Vor-Urteile verteilen. In der Tat gibt es viele Festivals, die Menschen zum Kultur-Erleben anregen: Kunst, die gewohnte Seh- und Hörbilder in Frage stellt, zu neuen Sichtweisen führt und die Betrachter/innen herausfordert. Das ist meist spannend und nicht immer einfach, öffnet aber den eigenen Horizont, um die Welt bewusster wahrzunehmen. Auffallend ist, dass Kirchenräume im Festivalreigen als Aufführungsorte durchaus begehrt sind. So ein tolles Ambiente! So ist es. Kirchen sind aber mehr als das. Sie sind Orte, in denen Liturgie gefeiert wird und Menschen ihre Freuden und Sorgen vor Gott bringen. Wenn bei einem Sonntagsgottesdienst in der Festspielzeit Einheimische und Touristen miteinander beten und singen und dabei qualitätsvolle Kirchenmusik als Verkündigung erlebt wird, dann ist das mehr als schön und nett. Hier sitzen nicht Zuschauer/innen, hier feiert eine Gemeinde. Etwas von diesem Mehrwert wird zumindest für mich spürbar.