Ausgabe: 2009/33, Bildung, Start, gute Zukunft, Don-Bosco, Don-Bosco-Missionsschwester, Johanna Denifl, Nyamana, Mädcheninternat, Mali
12.08.2009
- Susanne Huber
Vier Don-Bosco-Schwestern betreiben in Nyamana im westafrikanischen Mali eine Schule und ein Mädcheninternat. Eine der Schwestern, die Tirolerin Johanna Denifl, ist derzeit in Österreich auf Heimaturlaub und berichtet von ihrer Missionsarbeit in Afrika.
Wenn Sr. Johanna Denifl von ihren Einsätzen in Afrika erzählt, bekommt man so manch abenteurliche Geschichte zu hören. „In Duekoue, einer kleinen Stadt in der Elfenbeinküste, kommt es häufig vor, dass Banden die Gegend unsicher machen, die Leute bedrohen und ausrauben“, erinnert sich die Don-Bosco-Schwester an ihren ersten Einsatz dort vor drei Jahren. Damals kam eine Frau „mit zwei Schusswunden in den Füßen in unser Zentrum. Ein Bandit hatte auf sie geschossen. Ihr Geld reichte nur mehr für ein Röntgenbild, jedoch nicht für eine Behandlung im Spital.“ Als gelernte Krankenschwester erkannte Johanna Denifl, dass die Kugeln nicht allzu tief sitzen und sie wagte sich mutig daran, zu operieren, was sie vorher noch nie gemacht hatte. „Ich kochte die Instrumente aus, meine Mitschwester Christine hat mir assistiert und fest gebetet, dass alles gut geht. Und es ist gut gegangen“, erzählt die Ordensfrau und lacht.
Schule und Internat. Von der Elfenbeinküste ging es für Johanna Denifl 2008 zu ihrem derzeitigen Einsatzort nach Mali. In dem kleinen ländlichen Dorf Nyamana, 20 Kilometer von der Hauptstadt Bamako entfernt, betreibt sie gemeinsam mit ihren drei Mitschwestern eine Schule für 450 Kinder und ein Mädcheninternat für 40 Schülerinnen. Die Ordensfrauen geben zusätzlich Kurse für Jugendliche und Frauen in den Bereichen Erziehung, Gesundheitslehre, Aids- und Sexualaufklärung. Schwester Johanna leitet das Internat und leistet im Krankenzimmer der Schule auch medizinische Hilfe. „Pro Woche behandle ich bis zu 15 Kinder, manchmal kommen auch Erwachsene. Hauptsächlich sind es infizierte Wunden, die gesäubert werden müssen.“
Analphabeten. Die Kinder, die bei den Ordensfrauen zur Schule gehen und im Internat untergebracht sind, kommen aus armen Familienverhältnissen. Um ihnen positive Zukunftschancen zu ermöglichen, sind die Schwestern sehr bemüht, ihnen eine gute Schulausbildung zu vermitteln. „Ein großes Problem in Mali ist das unterentwickelte Schulsystem. 80 Prozent der Menschen sind Analphabeten; nur jedes vierte Kind geht zur Schule. Auch die Infrastruktur im Land fehlt. Wir haben eine zweite Schwesterngemeinschaft in Touba, 500 Kilometer weiter im Landesinneren. Das ist in dem zu 90 Prozent muslimischen Land die einzige stark christlich geprägte Gegend. Dort gibt es keinen Strom und kein Telefon. Bis zur nächsten Wasserstelle sind die Menschen oft mehrere Stunden unterwegs. Bei uns in Nyamana liegt der nächste Brunnen ca. 15 Kilometer entfernt. Deshalb brauchen wir dringend einen eigenen“, so die Tirolerin. (Siehe Kopf der Woche)
Im Blick
Jugend Eine Welt hilft
In Nyamana, einem 300 Einwohner zählenden Dorf in Mali, haben die Don-Bosco-Schwestern vor vier Jahren den Grundstein für ein Mädcheninternat und eine Schule gelegt. Seit der Eröffnung vor zwei Jahren steigt die Schüler-Anzahl stetig; derzeit gibt es Platz für 450 Kinder. In dem von Armut geprägten Land, wo 80% der 12,3 Millionen Einwohner Analphabeten sind, ist es den Schwestern besonders wichtig, den Kindern eine gute Schulausbildung zu gewähren. Momentan planen die Ordensfrauen den Bau eines Brunnens, um den schuleigenen Gemüsegarten bewässern zu können, der ihnen als Lebensmittelgrundlage dient. Unterstützt werden sie dabei von „Jugend Eine Welt“, der Don Bosco Aktion Österreich.