„Weltordnungen“ standen im Mittelpunkt der Salzburger Hochschulwochen 2009. Mehrfach wurde dabei auch auf die neue Sozialenzyklika von Papst Benedikt verwiesen, der zur Schaffung einer neuen Weltordnung auf der Basis des Rechts, der Gerechtigkeit und des Gemeinwohls aufgerufen hat.
Das 21. Jahrhundert verhandle die „Notwendigkeit von Weltordnungen“. Diese seien „gekoppelt an die Erfahrung tiefgreifender Krisen: ökologisch, finanzpolitisch, in der Verteilung der Güter dieser Welt, in den auflaufenden Gerechtigkeitsfragen zwischen den Nationen, Kulturen, Generationen und Geschlechtern.“ Mit diesem Befund umriss der Obmann des Direktoriums der Hochschulwochen, der Theologe Gregor Maria Hoff, das brisante und aktuelle Anliegen der traditionsreichen akademischen Sommerveranstaltung in Salzburg. Theolog/innen, Philosophen, Wirtschafts-, Natur-, Rechts-, Bildungs- und Kommunikationswissenschaftler/innen sprachen über die Möglichkeiten, Bedingungen und Grenzen neuer Weltordnungen.
Maßstab Liebe. Bereits zu Beginn gab der Salzburger Erzbischof den Hochschulwochen die Sozialenzyklika von Papst Benedikt als „roten Faden“ mit auf den Weg. Er plädierte dafür, die bestehenden Weltordnungen nach dem „Maßstab der Liebe“ zu überprüfen und entsprechend umzugestalten. Die Liebe stelle immer wieder eingeübte Welt- und Lebensordnungen in Frage, meinte Kothgasser. Und sie werde dort zu einer ordnungspolitischen Macht, wo Gerechtigkeit und Frieden zu politischen Leitkategorien werden. Für die Kirche ergebe sich daraus der Auftrag, neben der „Option für die Armen“ heute auch die „Option für die Migranten“ und die „Option für die Jugend“ ganz vorne auf ihre gesellschaftliche, caritative und pastorale Prioritätenliste zu setzen, betonte Caritas-Bischof Manfred Scheuer beim Festakt der Hochschulwochen. Dazu sei es gerade in einer Zeit der „religionsfreundlichen Gottlosigkeit“ notwendig, dass die Kirche sehr bewusst von der „Gabe des Evangeliums und von der Eucharistie als Selbstgabe Jesu her lebe“, betonte Scheuer.