Nach den Ausschreitungen fanatischer Muslime in der pakistanischen Stadt Gojra Anfang August, bei denen mindestens 14 Christen ums Leben gekommen sind, haben die führenden Repräsentanten der Kirche in Pakistan den 11. August zum „Schwarzen Tag“ ausgerufen und gegen die Gewalt muslimischer Extremisten gegen Christen demonstriert. Auch das pakistanische Parlament verurteilte die schweren Übergriffe militanter Muslime. Bei den Unruhen wurden Christen bei lebendigem Leib verbrannt oder erschossen. Polizei und Feuerwehr konnten nicht einschreiten, weil Muslime die Zufahrtsstraßen blockierten. Auslöser der Unruhen war eine Hochzeitsfeier, bei der christliche Kinder angeblich Seiten aus einem alten Schulbuch zerrissen haben sollen, um Konfetti herzustellen. Auf diesen Seiten hätten sich Koranverse befunden. Auf Antrag des pakistanischen Minderheitenministers Shahbaz Bhatti verabschiedete das Parlament in Islamabad eine Resolution, in der die Übergriffe verurteilt und der Schutz der Minderheiten bekräftigt wird. Der Generalsekretär des Weltkirchenrats, Samuel Kobia, appellierte an den pakistanischen Staatspräsidenten Asif Ali Zardari, die Sicherheit der Christen in der Provinz Pandschab zu garantieren. Die jüngsten Gewaltausbrüche verstärkten die Sorge, dass der Staat die Bürger nur unzureichend vor Übergriffen muslimischer Extremisten schütze.