Ausgabe: 2009/34, Sommer, Bilder, Wallner, Leitartikel, Die Bilder der Katholiken,
19.08.2009
An Bildern mangelt es ganz und gar nicht. Im Gegenteil: Im Alltag wird man von ihnen geradezu überschwemmt – an den Plakatwänden sind es zurzeit die Gesichter der Politiker, Werbeprospekte flattern das ganze Jahr hindurch stoßweise ins Haus, die mit ihren Bildern Erfüllung von Wünschen versprechen und das Fernsehen ist geradezu ein anders Wort für Bilderflut. Was soll man da noch zusätzlich Bilder sammeln?
In dem faszinierenden Buch „Die Bilder der Katholiken” (Herder Verlag) geben Christen Auskunft über Darstellungen, die sie geprägt haben oder immer noch begleiten. Der Bogen spannt sich vom Foto, das Frère Roger von Taizé zeigt, über eine Aufnahme von Edith Stein bis zur Erschaffung der Welt, wie sie von Michelangelo in der sixtinischen Kapelle gemalt wurde. Bilder, die einen anrühren, können zu Begleitern werden: die in der Hektik ein Impuls zur Ruhe sind, die Orientierung geben oder im Trubel des Alltags einfach die Erinnerung an ein schönes Erlebnis wachhalten. Wer in Ruhe und mit offenen Augen durch die Welt geht, stößt auf solche Bilder, die helfen, das Träumen nicht zu verlernen. Die Urlaubszeit ist eine gute Möglichkeit sie zu entdecken.