Das Festival „Der Neue Heimatfilm“ vom 26. bis 30. August in Freistadt
Ausgabe: 2009/34, festival, der neue heimatfilm, freistadt,
19.08.2009
- Isabella Hafner, Markus Vorauer
Das Festival „Der Neue Heimatfilm“ findet bereits zum 22. Mal in der Localbühne Freistadt statt. In einer breit gefächerten Filmschau wird dem Heimatbegriff in seinen unterschiedlichen Facetten Rechnung getragen.
Viele österreichische Erstaufführungen begleiten das Publikum in unterschiedliche Regionen. Wie jedes Jahr ermöglicht die ungezwungene, familiäre Atmosphäre Kontaktmöglichkeiten mit Regisseuren, Schauspielern und Produzenten.
Geflüchtet. Eröffnet wird mit der bulgarisch-deutschen Koproduktion mit dem schönen Titel „Die Welt ist groß und Rettung lauert überall“ von Stephan Komandarev. Der Film erzählt von der Reise, die ein Großvater mit seinem Enkel quer durch Europa mit einem Tandem zurücklegt. Es ist der gleiche Weg, auf dem sich die Eltern des Enkels als Flüchtlinge vor Jahren durchschlagen mussten.
Hinter der Mauer. Migration ist ein zentrales Thema vieler Filme, die heuer in Freistadt gezeigt werden. Am intensivsten konfrontiert sich der Schweizer Dokumentarfilm „La Forteresse“ (Die Festung) von Fernand Melgar mit dem Schicksal von Emigranten. Der Film bietet einen nüchternen Einblick hinter die Mauern eines Asylantenheimes in der französischen Schweiz.
Gefrorener Fluss. Im oscarnominierten „Frozen River“ werden zwei Frauen zu einer kriminellen Aktion verleitet. Sie sollen Immigranten über die Grenze zwischen den USA und Kanada bringen. „Stellet Licht“ von Carlos Reygadas ist in einer Mennonitengemeinde in Mexiko situiert. Ein verheirateter Mann mit sechs Kindern verliebt sich in eine Frau und gerät so in einen moralischen und religiösen Zwiespalt. Die in atemberaubenden Bildern festgehaltene archaische Landschaft steht dabei in krassem Gegensatz zu den Gefühlswallungen der Menschen.