Kopf der Woche: Brigitte Sebald, Down-Syndrom Österreich
Ausgabe: 2009/40, Kopf der Woche, Anwältin, Brigitte Sebald, Down-Syndrom Österreich, Down-Syndrom, St. Virgil, Selbsthilfegruppe
30.09.2009
- Hans Baumgartner
Vergangene Woche fand in St. Virgil/Salzburg die dritte österreichische Down-Syndrom-Tagung statt. Brigitte Sebald engagiert sich seit der Geburt ihres Sohnes für Down-Syndrom-Kinder und deren Eltern.
„Ich beschäftige mich mit diesem Thema seit dem Moment, wo unser Sohn Michael vor zwölf Jahren auf die Welt gekommen ist, für uns alle überraschend mit Down-Syndrom“, sagt Brigitte Sebald. Sie ist bis heute froh, dass sie während der Schwangerschaft nichts von der Chromosomen-Störung ihres Sohnes gewusst hat. „Ich hatte eine sehr glückliche Schwangerschaft und ich denke, das hat auch auf Michael abgefärbt.“ Zunächst war da schon ein großes Loch, in das sie gefallen seien, erinnert sich Sebald. „Am meisten hat uns dann Michael geholfen, da herauszukommen. Er war ein sehr herziges Kind und er hat uns mit seinen ganz normalen Bedürfnissen gezwungen, ein Leben zu führen, wie das andere Eltern mit Kleinkindern auch tun.“
Kämpfen. Sebald hat dann sehr bald damit begonnen, sich intensiv mit Down-Syndrom und den Zukunftsmöglichkeiten ihres Kindes zu beschäftigen. In einer Selbsthilfegruppe der Lebenshilfe habe sie sich über ihre Probleme gar nicht zu reden getraut, „so klein sind mir die im Vergleich zu schwerstbehinderten Kindern vorgekommen.“ Gemeinsam mit Karin Janotta, die zur selben Zeit wie sie ein Kind mit Down-Syndrom geboren hatte, machte sie eine DS-Selbsthilfegruppe auf. Seit acht Jahren ist Sebald Vorsitzende des damals gegründeten Dachverbandes Down-Syndrom Österreich. „Damit“, so sagt sie, „wird man auch zwangsläufig politisch aktiv. Denn bis heute müssen wir um die Integration unserer Kinder und Jugendlichen kämpfen.“
Brigitte Sebald: „Mein Leben wäre ohne Michael viel ärmer. Seinetwegen habe ich Vieles im Leben neu sehen gelernt; ich habe gute Freunde gewonnen; seine Herzenswärme und sein Charme tun meiner eher kopflastigen Familie sehr gut.“