Am Wahlsonntag sind wir im Gottesdienst bei den Verlautbarungen und dann noch einmal am Schluss der Messe eingeladen/aufgerufen worden, zur Wahl zu gehen. Wir sollten unsere Pflicht als Christen in der Demokratie tun. Das Tun der Pflicht hat zu einem viele überraschenden Ergebnis geführt. Nun sind die verantwortlichen Politiker in die Pflicht genommen, mit dem Ergebnis als Rücken- oder auch als Gegenwind zum Guten im Land zu arbeiten. Die Wähler haben ihre Pflicht getan.
Nein, so ist es nicht. Gerade für Christen gilt der Auftrag, sich in die Politik einzubringen und das Gemeinwesen mitzugestalten, aus christlichem Hintergrund politisch wach zu sein und sich einzumischen. Nach der Wahl ist vor der Wahl, ist eine bei den Parteien bekannte Weisheit. Nach der Wahl ist nicht nach der Pflicht, muss sich in der Demokratie erst eine Gedankenbahn durch die Köpfe vieler Wähler bahnen. Nach der Wahl endet nicht die Pflicht, man sieht sich mitten in nächsten Pflichten: Wach sein gegen menschenfeindliche Ausgrenzungen. Solidarisch sein mit denen, die unter die Räder kommen könnten, auch mit der gefährdeten Umwelt und mit der nachkommenden Generation. Partei ergreifen, wenn es sein muss auch gegen die eigene Partei. Das politische Geschehen nicht, wie die beiden Muppets-Figuren vom Balkon aus, mit Kommentaren zu quittieren, ohne sich selbst einzumischen. Zum Einmischen gehört, die Sorge öffentlich zu machen, wie sehr ausgrenzende Gesinnung in diesem Staat gerade im Zuge von Wahlen Staat machen konnte und kann. Auch in Oberösterreich.