Es gibt die „göttliche Vorsehung“. Da hätte der liebe Gott doch wissen müssen, dass es heute viel bessere Kommunikationsmittel gibt als damals, als die Hirten am Feld von Bethlehem unruhig wurden. Die Nachricht von der Menschwerdung Gottes könnte heute sekundenschnell über die Erde verbreitet werden. Er hätte noch 2000 Jahre zuwarten sollen mit der Geburt seines Sohnes. Viel Martyrerblut wäre erspart geblieben. Der liebe Gott aber hat nicht gewartet. Vielleicht, weil er ahnte – wenn man von Gott so menschlich denken kann – dass die Aufmerksamkeit der Menschen nicht mit dem Maß des technischen Fortschritts wachsen würde. Die Viel- und Rasch- und auch Gutinformierten müssen nicht auch die Weisen sein, die fähig sind, was sie erfahren haben, lebendig werden zu lassen. Vielleicht ahnte der liebe Gott, dass eine Zeit kommen würde, die so voller Neuigkeiten ist, dass keine Aufmerksamkeit mehr da wäre für eine einzige unscheinbare Geburt. So kam er – gerade noch rechtzeitig, damit die Nachricht von seiner Geburt nicht einfach gelöscht würde –wie man eine E-Mail mit verwunderlichem Inhalt löscht. Der Umweg über Menschen schien ihm zuverlässiger. Dem Weg zu Fuß – von Mensch zu Mensch – traute er mehr.