Dem umstrittenen Bau des Mega-Staudamm-Projekts am Rio Xingú wurde zugestimmt
Ausgabe: 2010/08, Bischof Kräutler, Mega-Staudamm-Projekt, Rio Xingú, Altamira, Wasserkraftwerk
24.02.2010
Nach monatelangem Zögern hat die brasilianische Umweltbehörde dem umstrittenen Staudamm-Projekt, bei dem die Regierung Brasiliens das derzeit drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt bauen will, nun doch zugestimmt. Das Projekt am Rio Xingú, einem über 1980 Kilometer langen Zufluss des Amazonas, könnte laut Medienberichten damit im April öffentlich ausgeschrieben werden. Der austro-brasilianische Bischof Erwin Kräutler setzt sich als Bischof von Altamira und Präsident des kirchlichen Indianermissionsrates CIMI seit vielen Jahren öffentlich gegen den Bau des Staudamms ein und will weiterkämpfen. Er warnte davor, dass das Projekt der Region „Chaos und Tod“ bringen würde. In einer aktuell veröffentlichten CIMI-Aussendung kritisierte der Bischof nun, dass die Umweltbehörde eine Entscheidung getroffen habe, obwohl viele Punkte im Zusammenhang mit dem Staudammprojekt bis dato ungeklärt seien. So seien entgegen der Verfahrensvorschriften betroffene Gemeinden nicht öffentlich angehört worden und Landrechtsfragen ungeklärt. Zudem stünden noch einige weitere Studien zu den Auswirkungen des Kraftwerksbaus auf die Umwelt aus. Werde der Damm gebaut, versinke ein Drittel des Bezirks Altamira, das sind etwa 159.700 Quadratkilometer, unter den Fluten, warnte Kräutler.