Im Berufsleben wäre es eine Bilderbuchkarriere, die Cornelia Pirker in ihrer Pfarre St. Magdalena hinlegte. Mit sechs Jahren begann sie als Jungscharkind, seitdem ließ sie die Kirche nicht mehr los und so engagiert sie sich heute als Jungscharleiterin in der Pfarre.
Ausgabe: 2013/15, Jungschar, St. Magdalena, Cornelia Pirker
10.04.2013
- Christoph Steiner
Cornelia, Sie waren ja schon von klein auf in der Pfarre. Zuerst als Jungscharkind, dann als Firmling und wurden schließlich von der Jungschargruppenleiterin zur Pfarrleiterin der Jungschar. Wie sind Sie in die Pfarre gekommen? Cornelia Pichler: Mit sechs Jahren gingen einige meiner Freundinnen und Klassenkolleginnen zur Jungschar, da wollte ich natürlich auch dabei sein.
Stand damals schon der Glaube im Mittelpunkt? Damals war es der Spaß am Spielen, das Zusammensein. Das mit dem Glauben kam erst später.
Nach der Firmung haben Sie mit 15 begonnen selbst Jungschargruppen zu leiten, was war Ihr Antrieb dahinter? Ich mag einfach Kinder, ihren Frohsinn, ihre Begeisterung. Schon im Kindergarten wollte ich Kindergärtnerin werden, doch später merkte ich schnell, dass die Volksschulkinder eher meine Zielgruppe sind. Schon die Praxis-Stunden derzeit mit den Kindern machen mir ungeheuer Spaß.
Welche Rolle spielt Gott dabei? Ich glaube an einen verzeihenden Gott. Den Kindern wird heutzutage zu viel Druck auferlegt, sie sollen Fehler machen dürfen. Gott ist kein Zauberer, der alles sofort wieder gut macht, aber er ist für die Kinder da und sie sollen in ihn vertrauen und in ihm Stärke finden.
Als kirchlich engagierter Mensch wird man öfter belächelt, haben Sie Erfahrungen damit? Es gibt Freunde, die zwar den Weg in der Kirche mit mir nicht mehr gehen, aber Verständnis dafür haben, was ich mache.
Was hat sich seit Ihrer Zeit in der Jungschar verändert? Einiges. Früher war es eher nur Spielen und Zeit miteinander verbringen. Heute bieten wir mehr Programm wie etwa eine Christkindl-Werkstätte oder eine Osternesterl-Suche.
Wir schauen auch, dass pädagogische Ansätze dabei nicht zu kurz kommen. Im Gegensatz zu früher gibt es jetzt auch gemischte Gruppen von Burschen und Mädchen. Mir ist dabei wichtig, dass die Sachen auch angenommen werden, dass die Kinder den Wert der Kirche erleben. Das sollen sie für ihr Leben mitnehmen.
Apropos Veränderungen, seit Kurzem haben wir mit Papst Franziskus ein neues Kirchenoberhaupt, was erwarten Sie von ihm? Der erste Eindruck von seiner Schlichtheit und Volksnähe hat mir gefallen. Natürlich wünsche ich mir Veränderungen, was die Rolle der Frau in der Kirche betrifft oder die Abschaffung des Zölibats. Warum sollte ein Pfarrer keine Familie haben? Dadurch werden sicher viele Männer abgehalten, Priester zu werden. Mittlerweile sind auch wir eine priesterlose Pfarre. Hier gibt es sicher Veränderungsbedarf.
Manche empfinden das fortgeschrittene Alter des Papstes als störend. Das verstehe ich nicht, warum sollte ein jüngerer Papst besser sein? Papst Franziskus ist reich an Lebenserfahrung, sein Alter hat nichts mit Reformwillen zu tun. Auch das Zweite Vatikanische Konzil wurde nicht von 25-Jährigen geleitet.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Dass sich auch wieder mehr Burschen für die Jungscharleitung interessieren, aber wir haben da schon guten Nachwuchs bei uns. Auch wäre es wichtig, dass vor allem junge Leute den Wert der Kirche wieder richtig zu schätzen lernen.