Soziale und ökologische Produktionsstandars müssen durchgesetzt und von den Kund/innen auch hinterfragt werden. Die Clean Clothes Kampagne hat dazu eine Petition gestartet.
Nach dem Einsturz eines achtstöckigen Fabriksgebäudes in Dhaka, bei dem rund 500 Menschen gestorben sind, fordert die EU Bangladesch nun auf, internationale Sicherheitsstandards einzuhalten. In dem Gebäude nahe der bangladeschischen Hauptstadt Dhaka waren neben Geschäften vier Textilfabriken untergebracht, die u. a. für Quelle, Mango, Benetton, Primark und NKD (KiK) produzierten. Die Arbeiter/innen hatten vor dem Einsturz schon Risse in den Mauern beim Management gemeldet, wurden aber angewiesen weiter in dem Gebäude zu arbeiten.
„Es ist zutiefst schockierend, wie Menschenverachtend mit dem Leben der Näherinnen und Näher umgegangen wird“, so Michaela Königshofer von der österreichischen Clean Clothes Kampagne. Sie war schon mehrmals in Bangladesch, wo ihr von Arbeiter/innen immer wieder von fehlenden Sicherheitsvorkehrungen in Gebäuden erzählt wurde. Auch die Clean Clothes Kampagne fordert gemeinsam mit bangladeschischen und internationalen Gewerkschaften die Umsetzung von Schutzmaßnahmen. „Ein wichtiger Schritt wäre die Unterzeichnung des Brandschutz- und Gebäudesicherheitsabkommens, das die Regierung und Unternehmen verpflichtet, Fabriksgebäude sicherheitstechnisch zu verbessern“, sagt Königshofer.
Die Clean Clothes Kampagne hat dazu eine Petition gestartet, die unter www.cleanclothes.org/action/current-actions/rana-plaza unterzeichnet werden kann. Es gehe nicht um Boykott, so Königshofer, sondern darum, die Einhaltung sozialer und ökologischer Standards durchzusetzen. Kund/innen rät sie, die Produktionsprozesse bei den Handelsketten direkt zu hinterfragen.