Lohn, Pensionsalter: Wird zwischen den Generationen gerecht verteilt?
Die Zukunft war schon einmal besser. – So etwa fällt der Befund der Meinungsforschung aus, wie ihn DDr. Paul Eiselsberg am 13. Mai beim Kolpingforum in Linz vorgestellt hat. Die Österreicher/innen denken: Die Jungen haben keine rosigen Aussichten.
Ausgabe: 2013/20, Pension, Alter, Lohn
14.05.2013
- Ernst Gansinger
Das Thema des Forums war die Gerechtigkeit: Wird gerecht verteilt, auch zwischen den Generationen? Wird Leistung gerecht honoriert?
In Pension gehen, aber wie?
Zu diesen Fragen waren sich die Diskutanten und die Diskutantin aus Politik und Kirche durchaus uneinig. Gertraud Jahn, Klubobfrau der Sozialdemokraten im Oö. Landtag hielt etwa der Forderung von Staatssekretär Kurz (ÖVP) nach einem höheren Pensionsantrittsalter, besonders auch bei Frauen, entgegen, dass die Betriebe in die Pflicht zu nehmen seien: „Die Menschen müssen das Antrittsalter auch gesund erreichen können!“ Die Arbeitsplätze müssten altersgerecht gestaltet sein. Sie wies darauf hin, dass Bauarbeiter eine um bis zu zehn Jahre niedrigere Lebenserwartung als der Durchschnitt haben. Kurz erwiderte, dass ein Grund für frühe Pensionierungen steil ansteigende Lebensverdienstkurven seien. Es sei skurril, dass Junge so wenig verdienen, dass das Leben zu teuer ist, und die Älteren so viel, dass sie den Betrieben zu teuer kommen. Jahn hielt dagegen: Bei den Arbeiter/innen gebe es diese Lebensverdienstkurven nicht.
Ältere Menschen mit Würde behandeln
Der Kirchenmann am Podium, Severin Renoldner, Leiter der Abteilung Gerechtigkeit – Friede – Schöpfung –Glaube im Pastoralamt der Diözese, sagte, ihm stiegen die Grausbirnen auf, wenn das gesellschaftliche Modell heiße, die Leute sollen länger arbeiten. „Darf ich das zum Beispiel den Pflegeberufen sagen? „Alte Menschen zu beschäftigen heißt, sie auch mit Würde zu behandeln.“ Renoldner mahnte zu mehr Großzügigkeit.