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Katholische Arbeitnehmer:innen: Arbeit "an den Rändern" unterbelichtet

GESELLSCHAFT_SOZIALES

Bereich "mensch & arbeit" in Diözese Linz zum Welttag für menschenwürdige Arbeit am 7. Oktober: Nacht- und Care-Arbeit, Erntehilfe oder digitale Plattformarbeit mehr wertschätzen.

06.10.2024
- kathpress / ame
© mensch & arbeit

Unter dem Motto "sichtbar" rufen die "Katholische Arbeitnehmer:innen Bewegung und Betriebsseelsorge OÖ" zum Tag der menschenwürdigen Arbeit am 7. Oktober auf, "unsichtbare Arbeit" wieder vermehrt in den Blick zu nehmen. Michaela Pröstler-Zopf, in der Diözese Linz verantwortlich für den Bereich "mensch & arbeit", betonte in einer Aussendung am Freitag: "Viele Menschen verrichten Arbeiten und Tätigkeiten, die gesamtgesellschaftlich und im persönlichen Alltag so sehr fehlen, wenn sie nicht geschehen."

 

Die Wertschätzung für diese Dienstleistungen sei "ein wesentlicher Faktor für eine gesunde Gesellschaft". KAB-Bundesvorsitzende Anna Wall-Strasser forderte, solche Arbeiten müssten höher bezahlt und die Arbeitsbedingungen verbessert werden.

 

Arbeit "an den Rändern" gerate häufig aus dem Blick. Und: "Die sie verrichten, erst recht!", wird seitens von "mensch & arbeit" kritisiert. Als Beispiele für Arbeit "außerhalb unserer üblichen Erwerbsarbeitsorganisation" nannten die kirchlichen Fachleute Abend- oder Nachtarbeit etwa in Reinigung, Care-Arbeit oder Wachdiensten, Tätigkeiten wie Erntehilfe oder digitale Plattformarbeit, die allein oder weitab von frequentieren Orten oder unangemeldet erfolgen. Auch vieles an unbezahlter Arbeit bis hin zu "mental load" passiere "ungesehen".

 

Diese Arbeit an den Rändern werde u.a. vorangetrieben durch immer mehr Outsourcing - betrieblich wie privat. Überbordende oder unliebsame Aufgaben an andere auszulagern, habe zur Folge, dass diese Tätigkeiten oft prekär, zu unüblichen Zeiten, an privaten Orten etc. verrichtet werden, wiesen die Vertreterinnen von "mensch & arbeit" hin. Auslagerung als Verschiebung ins Unsichtbare gehe tendenziell mit Entwertung einher - selbst wenn es sich um wichtige oder überlebensnotwendige Arbeiten handle.

 

Soziale Anerkennung und Selbstwert sei in der Gesellschaft zu einem großen Teil mit Erwerbsarbeit verknüpft, hieß es weiter. "Wessen Arbeit nicht bemerkt und gewürdigt wird, läuft Gefahr, sich herabgesetzt zu erleben und/oder in Isolation zu geraten. Gefühle der Vereinsamung und der Leere schaden langfristig der psychischen Gesundheit." Es gelte jede Arbeit zu sehen und wertzuschätzen - gerade am Tag der menschenwürdigen Arbeit.

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