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Aktion Familienfasttag der Katholischen Frauenbewegung

Die starken Frauen von Mapulang Lupa

Weltkirche

Fürsorge-Arbeit wird vor allem von Frauen geleistet. Häufig unbezahlt. Diesem Thema widmet sich die Katholische Frauenbewegung in ihrer heurigen Kampagne der Aktion Familienfasttag „Gemeinsam für eine Zukunft miteinander füreinander“.

Ausgabe: 10/2022
08.03.2022
- Susanne Huber
© kfbö/Sheryl Rose M. Andes

Ins Zentrum gerückt wird dabei die Frauen- und Nachbarschaftsinitiative AKKMA auf den Philippinen. Die Projektpartnerinnen der Frauenbewegung zeigen, wie es auch unter schwierigsten Bedingungen gelingen kann, füreinander Sorge zu tragen. 

 

Ein dichtes Gewirr an elektrischen Leitungen hängt in nur sechs Meter hoher Entfernung bedrohlich über den Menschen und den schmalen Gassen, Straßen und eng aneinanderliegenden kleinen Baracken von Mapulang Lupa.

 

Das philippinische Stadtviertel gehört zur Armensiedlung C.F. Nativadad und liegt im Großraum Manila. Vor einigen Jahren haben sich Menschen hier illegal auf dem Gelände einer staatlichen Energiegesellschaft angesiedelt. Noch werden sie geduldet. Es fehlt an staatlicher Infrastruktur und medizinischer Versorgung. Die beengten Wohnverhältnisse ohne fließendes Trinkwasser in den kleinen Ein-Raum-Häusern sind prekär. Viele Bewohner sind krank. Die Arbeitslosigkeit ist hoch. Jene, die Jobs haben, schlagen sich mit befristeten Anstellungen in den nahe gelegenen Fabriken, im Baugewerbe oder im so genannten informellen Sektor etwa als Straßenhändler durch. Die Löhne sind niedrig. Soziale Leistungen gibt es kaum. 

 

Gegenseitige Nachbarschaftshilfe

 

Starke Frauen aus Mapulang Lupa haben 2003 beschlossen, der Armut die Stirn zu bieten und ihre Situation zu verbessern. Um sich gegenseitig zu helfen, zu fördern, zu stärken, haben sie sich zusammengeschlossen und gründeten die Frauen- und Nachbarschaftsinitiative AKKMA („Aktiv für die Frauen in Mapulang Lupa“). Unterstützt wird die Organisation mit Spenden aus der „Aktion Familienfasttag“ der Katholischen Frauenbewegung. 

 

Programme

 

Im Laufe der Zeit sind viele Projekte entstanden. Ins Leben gerufen wurde ein Gesundheitsservice, wo Frauen Kranke besuchen und kostenlose Behandlungen durch Ärzte organisieren. Es werden Heilkräutermixturen hergestellt, um Schmerzen zu lindern. Daneben gibt es Trainings für richtige Ernährung, Hygiene, Gesundheitsvorsorge und Kindererziehung. In einer Kindertagesstätte werden die Kleinsten betreut und somit ihre Eltern entlastet.

 

Ins Rollen gebracht wurden auch Einkommen schaffende Projekte wie die Herstellung von Erdnussbutter oder in Heimarbeit gefertigte Produkte wie Putztücher, die verkauft werden. Ins Zentrum rückten mehr und mehr auch Schulungen und Workshops, in denen über die Rechte von Frauen, Kindern und der Menschen allgemein aufgeklärt wird. Zusätzlich erfahren die Frauen, wie sie sich vor Gewalt in der Familie schützen können. Darüber hinaus wird das Bewusstsein für Geschlechtergerechtigkeit geschaffen. In die Programme eingebunden werden immer auch die Väter und die Kinder. 

 

Ermächtigung von Frauen

 

Zu den aktiven Frauen von AKKMA mit derzeit 347 Mitgliedern zählen Remy, Elvie, Emi und Dolor. Sie selbst wohnen in Mapulang Lupa und wissen, was es heißt, in armen Verhältnissen zu leben. Durch ihre engagierte Nachbarschaftshilfe und die Weiterbildungstrainings hat sich viel zum Positiven gewandelt. Dolor Dailisan ist seit 15 Jahren bei AKKMA. Sie war pädagogische Hilfskraft der Kindertagesstätte, Lehrerin, Mitarbeiterin in der Verwaltung und ist mittlerweile Präsidentin der Initiative. „Das Hauptaugenmerk von AKKMA liegt in der gegenseitigen Ermächtigung zur Selbstbestimmung von Frauen, denn sie denken, ihr Platz ist in dieser leider immer noch männlich dominierten philippinischen Gesellschaft ,nur‘ bei den Kindern, zu Hause, ohne mitbestimmen zu dürfen und Entscheidungen zu treffen. Auch ich bin so aufgewachsen und dachte das vor meiner Arbeit in der Nachbarschaftshilfe. Seither hat sich viel verändert. Mein Horizont erweiterte sich und ich habe meinen Wert als Frau erkannt.“

 

Es sei wichtig, die Frauen zu stärken, betont auch Projektkoordinatorin Emi Ablir. „Durch AKKMA erfahren viele von ihnen erstmals, dass sie als Frauen Rechte haben. Bei mir war es nicht anders. Nun kläre ich meine Nachbarinnen über Gleichberechtigung auf und ermutige sie zur Teilhabe, um ihre Lebensumstände zu verbessern. Denn die meisten Männer können wegen des geringen Lohns nicht ausreichend für ihre Familien sorgen.“

 

Corona

 

Durch die Lockdowns während der Corona-Pandemie habe sich die Lage der Menschen in Mapulang Lupa verschärft, sagt Dolor. „Alle hier haben ums Überleben gekämpft. Jene, die Arbeit hatten, haben sie während der Pandemie verloren. Die Nahrung bestand oft nur noch aus Reis und Haferbrei. Nun geht es langsam wieder bergauf – auch mit Hilfe von AKKMA und der Katholischen Frauenbewegung.“ «

 

 

Zur Sache
Familienfasttag 2022


Die entwicklungspolitische Aktion „Familienfasttag“ der Katholischen Frauenbewegung (kfbö) wirbt jedes Jahr während der Fastenzeit mit traditionellen Benefizsuppenessen in den Diözesen und Pfarren um Spenden für Hilfsprojekte in aller Welt.

 

Unter dem Motto „Gemeinsam für eine Zukunft miteinander füreinander“ richtet sich der Fokus der diesjährigen Kampagne auf den Bereich der unbezahlten Sorgearbeit. Die philippinischen Projektpartnerinnen aus der Frauen- und Nachbarschaftshilfe „AKKMA“ zeigen, wie Sorge füreinander trotz schwieriger Lebensbedingungen funktionieren kann. 


Die in den Pandemie-Jahren entwickelten Spendensammel-Tools wie die Online-Mitmach-Aktion „Köch:in des Guten Lebens“ oder „Suppe to go“ werden auch heuer fortgesetzt. So bieten in vielen Pfarren kfb-Frauen wieder die Suppe im Glas an – im Freien vor Pfarrgemeindezentren, auf Kirchenvorplätzen und auf Märkten. In Wien kann nach Corona-bedingter Pause das Benefizsuppenessen der kfbö in diesem Jahr wieder stattfinden.

 

Gastgeber des Events am 24. März im Bundesministerium ist Sozial- und Gesundheitsminister Johannes Rauch. Geladen sind zahlreiche Gäste aus Kirche, Politik und Zivilgesellschaft. 

 

- Infos unter: www.teilen.at 

 

- Aktivitäten in OÖ zum Familienfasttag

Sie leisten Nachbarschaftshilfe in ihrem Stadtviertel: Remy, Elvie und Dolor von der Fraueninitiative AKKMA  in Mapulang Lupa.
Sie leisten Nachbarschaftshilfe in ihrem Stadtviertel: Remy, Elvie und Dolor von der Fraueninitiative AKKMA in Mapulang Lupa.
© kfbö/Sheryl Rose M. Andes
Elvie Ventura (rechts) im Gespräch mit einer Nachbarin in Mapulang Lupa.
Elvie Ventura (rechts) im Gespräch mit einer Nachbarin in Mapulang Lupa.
© kfbö/Sheryl Rose M. Andes
Gegenseitig unterstützen sich die Frauen auch bei der Betreuung von Kindern und helfen beispielsweise bei den Hausaufgaben.
Gegenseitig unterstützen sich die Frauen auch bei der Betreuung von Kindern und helfen beispielsweise bei den Hausaufgaben.
© kfbö/Sheryl Rose M. Andes
Durch die Herstellung und den Verkauf von Erdnussbutter tragen die Frauen von AKKMA zu mehr  Einkommen in den Familien bei.
Durch die Herstellung und den Verkauf von Erdnussbutter tragen die Frauen von AKKMA zu mehr Einkommen in den Familien bei.
© kfbö/Sheryl Rose M. Andes
Sie gibt es heuer wieder: Die „Suppe im Glas“.   kfbö/ Maria Gottardi
Sie gibt es heuer wieder: Die „Suppe im Glas“. kfbö/ Maria Gottardi
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