Das Thema „Familie“ lässt die Bischofskonferenz nicht los: Sie wählte vergangene Woche in Wien den Delegierten für die zweite Familiensynode 2015. Bis dahin werden die Hirten das Thema inhaltlich weiter beraten.
Trotz seiner bescheidenen Größe dürfte Österreich sogar mit zwei Bischöfen bei der Bischofssynode im Oktober 2015 vertreten sein: Zum Delegierten wählte Österreichs Bischofskonferenz den Feldkircher Bischof Benno Elbs (Ersatzmann bei Verhinderung ist St. Pöltens Diözesanbischof Klaus Küng). Und Kardinal Christoph Schönborn, der bei der vergangenen Synode teilgenommen hatte, wird voraussichtlich ebenfalls wieder dabei sein, denn er ist Mitglied des Synodenrats in Rom. Ausdrücklich begrüßten die Bischöfe, dass auf Wunsch von Papst Franziskus jene Absätze im Abschlussdokument der vergangenen Synode abgedruckt sind, die nicht die Zweidrittel-Mehrheit erhalten hatten: Diese beschäftigen sich mit wiederverheirateten Geschiedenen und homosexuellen Partnerschaften. Bundespräsident Heinz Fischer, der die Bischöfe in der Hofburg empfing, stellte zur Synode fest, dass Kirche und Politik beim Thema Familie voneinander lernen können.
Islamgesetz
Trotz mehrerer Aufforderungen von Muslimen und Nicht-Muslimen hat die Bischofskonferenz nicht zum umstrittenen Entwurf des neuen Islamgesetzes Stellung genommen. „Die katholische Kirche mengt sich nicht in die Angelegenheiten anderer Kirchen und Religionen ein“, sagte Kardinal Schönborn als Vorsitzender der Bischofskonferenz. Man erhebe keinen Einwand gegen das Gesetz. Das im Entwurf enthaltene Verbot der Finanzierung aus dem Ausland beziehe sich seines Wissens nur auf staatliche Gelder, sagte Schönborn. Die Bischöfe hatten unter anderem dieses Thema bei ihrer Sitzung mit dem für Kultusfragen zuständigen Minister Josef Ostermayer und dem für Integration verantwortlichen Außenminister Sebastian Kurz diskutiert. Indem sie nicht Stellung nehmen, gehen die katholischen Bischöfe hier einen anderen Weg als zum Beispiel die evangelische Kirche, die eine kritische Stellungnahme abgegeben hat. Zudem unterstützen die Bischöfe die Bürgerinitiative „Fakten helfen!“ der Aktion Leben, die eine Statistik über die Zahl und Gründe der Schwangerschaftsabbrüche fordert.