Die Delegiertenversammlung erlebte ich als offen und ehrlich im Gespräch, im Hören aufeinander, im Ringen um konkrete Fragen der Glaubens- und der Kirchenerneuerung sowie im Bedenken der gesellschaftlichen Anliegen. Es gab eine ausgezeichnete Diskussionskultur, ein sehr gutes menschliches Klima, geprägt von Gebet und Arbeit. Viele Impulse hat diese Versammlung gebracht, die Bischöfe haben dabei je in einer Arbeitsgruppe mitgearbeitet. Ich selbst war in der Gruppe zu den sozialen Fragen. ImPlenum waren wir Bischöfe in erster Linie Hörende.Wir haben aus der Versammlung Anregungen für die Arbeit in der Diözese bekommen, ebenso für die geamtösterreichische Ebene, die sich an die Bischofskonferenz richten. Eine Reihe von Anregungen betreffen Rom und die Weltkirche.Das Volk Gottes hat sich beim Delegiertentag Stimme verschafft. Ich möchte sagen: Wir Bischöfe sollen in Rom dem Volk Gottes in seiner Vielfalt unsere Stimme leihen. Gewiß, es ist auch Dissens unter Bischöfen und Delgierten sichtbar geworden, aber alles wurde in Ruhe ausgesprochen. Es ist klar: Der Dialog muß weitergehen. Bei allen Fragen müssen wir auch das Lehramt der Kirche in seiner Bedeutung sehen, denn die Kirche ist im Wesen Leib Christi. Viele Wegmarkierrungen wurden aufgezeigt und es gilt wirklich, das Mögliche zu tun und zugleich das Ideal als Ziel vor Augen zu haben.Bischof Maximilian Aichern