Eine Krippenausstellung der ganz besonderen Art erlebte der Innviertler Kurort Aspach im vergangenen Advent.Ein großer, alter Wirtshauskeller als Ausstellungsort für handgefertigte Tonkrippen? Was aufs Erste seltsam klingt, wurde in Aspach zum gelungenen Versuch. Die Schau war wichtiger Bestandteil des Adventwegs, den die Pfarre im Vorfeld des „Heiligen Jahres 2000“ mit wöchentlichen Samstagabend-Angeboten gestaltete.
Seit Jahren kommt der pensionierte Wiener Lehrer Vinzenz Schreiner (71) zur Kneippkur nach Aspach. Seither besteht zurPfarre ein enger Kontakt. Die Liebe zur Krippe hat, so Vinzenz Schreiner, mit der kindlichen Sehnsucht nach familiärer Geborgenheit zu tun. Die eigene Kindheit erlebte er in armen Verhältnissen im Weinvierte. Erst als 45jähriger begann Schreiner mit dem Schnitzen und Modellieren von Krippen, der Erlös aus Verkauf und Ausstellungen kommt zur Gänze Missions- und Entwicklungsprojekten in Afrika zu Gute.
Es wäre zu wenig, Vinzenz Schreiner nur als Schöpfer vieler Ton- und Holzkrippen zu sehen. Dem tiefgläubigen Künstler geht es vor allem um die Botschaft, die er mit den Figuren an Ausstellungsbesucher/innen weitergibt. Wenn Schreiner seine Krippen erklärt, wird er zum Prediger: „Ich möchte, dass jede/r sich in meinen Krippen wiederfindet. Bist Du wie die verschiedenen Hirten – zweifelnd, schlafend oder schon aufgebrochen nach Betlehem? Schlägt Dein Herz für Jesus oder bist Du ein Blabla-Christ?“ – Staunen, Betroffenheit, Begeisterung als Reaktion
Vor zwei Jahren stellte der Krippenkünstler seine Werke im Salzburger Museum für Kunst und Kulturgeschichte Carolino Augusteum aus. Damals entschloss sich das Salzburger Priesterseminar zum Ankauf einer großen Krippe für die Seminarkirche. Bei dieser Ausstellung knüpfte Schreiner auch Kontakte zu Priestern, die in Tscheljabinsk/Sibirien tätig sind. Für die Kirche dort schuf er mittlerweile Krippe und Kreuzweg.