Bei den bisher blutigsten Zusammenstößen von Christen und Muslimen auf der indonesischen Inselgruppe der Molukken sind in den vergangenen zwei Wochen mehrere hundert Menschen getötet worden. Laut Militärangaben sind alleine auf der Insel Halmahera mindestens 295 Menschen getötet und 127 schwer verletzt worden.
Die Vereinigung christlicher Kirchen Indonesiens hat am 28. Dezember eine internationale Friedenstruppe für die Molukken gefordert. Da es den Sicherheitskräften und den politisch Verantwortlichen offensichtlich nicht gelinge, die Gewalt zu beenden, sollten sich Polizei und Militär zurückziehen, „um durch eine internationale Friedenstruppe ersetzt zu werden“, betonte die Organisation in Jakarta.
Am Mittwoch vergangener Woche hat die indonesische Armee die Polizeigewalt auf den Molukken übernommen. Die Unruhen sollen niedergeschlagen werden, sagte ein Militärsprecher. Die Lage in der Provinzhauptstadt Ambon bezeichnete er als „äußerst gespannt“. Anlass für die neuerliche Gewalt war nach Angaben der Sicherheitskräfte ein Verkehrsunfall, bei dem in Ambon ein von einem Christen gesteuerter Bus einen muslimischen Fußgänger angefahren habe. 1999 wurden bei den religiös motivierten Unruhen allein auf der Hauptinsel 800 Menschen getötet. Mehr als 100.000 Menschen haben deswegen ihre Heimat verlassen.