Dr. Markus Hofer vom Männerbüro der Diözese Feldkirch, schreibt ab heute in vier Ausgaben zum Thema Väter, künftig auf der Familienseite.
Immer noch fehlen die Väter an allen Ecken und Enden. Viele ahnen nicht, wie wichtig sie wären. Die therapeutische Praxis zeigt, dass etwa 85 Prozent der Kinder mit gröberen Störungen Kinder sind, die entweder keinen Vater haben oder einen Vater, der in der Familie keine Rolle spielt. Eine deutsche Studie hat ergeben, dass 70 Prozent der straffälligen Jugendlichen ohne ihren Vater aufgewachsen sind. Die Familientherapie zeigt, dass nicht selten auch Sucht mit einem Mangel am Väterlichen zusammenhängt. So wie Kinder aus dem gemeinsamen Akt der Zeugung entstehen, brauchen sie für eine gute Entwicklung Mütter und Väter. Zudem brauchen Kinder keine perfekten Väter, aber solche die anwesend und greifbar sind. Für viele Männer ist der Druck der Arbeitswelt so stark, dass zum Vatersein oft nur mehr wenig Zeit bleibt. Es gibt aber auch verantwortungslose Väter, die glauben, mit dem Kinderzeugen und Geldverdienen sei es getan. Vielleicht sind es Männer, die selber nie einen guten Vater erlebten . . . Sie könnten als Männer wachsen und reifen, wenn sie das Kind in den Arm und ihren Platz als Vater einnehmen. Es ist auch etwas Schönes, von Kinderaugen angeleuchtet zu werden.