Franz C. Bauer, Wien, ist Vizepräsident der Journalisten-gewerkschaft und Obmann der Österreich-Sektion von „Reporter ohne Grenzen“.
Ist die Pressefreiheit so bedroht, dass es „Reporter ohne Grenzen“ braucht? Weltweit gesehen, ja. „Reporter ohne Grenzen“ ist eine Menschenrechtsorganisation, die besonders auf das Recht der Meinungsfreiheit achtet. Zu einem guten Teil zeigt sich dieses Recht darin, wie Journalisten in einem Land arbeiten können.
Wie reagieren Sie bei Verstößen gegen die Pressefreiheit? Zunächst ist es wichtig, die Dinge zu wissen und öffentlich zu machen. Dann nehmen wir Kontakt mit der Politik auf und hoffen, dass bei Staatsbesuchen und diplomatischen Kontakten mit Ländern, in denen die Pressefreiheit verletzt wird, dieses Thema nicht ausgespart wird. Darüber hinaus kennt die journalistische Fantasie viele andere Möglichkeiten, Kollegen zu Hilfe zu kommen.
Ist in Österreich die Pressefreiheit eingeschränkt? Bisher waren wir ganz gut dran. Aber ich mache mir Sorgen, z. B. wenn bei hochoffiziellen Pressekonferenzen Fragen nicht zugelassen sind. Auch die Einschränkung der Vertriebsförderung und somit Erhöhung des Zeitungsportos halte ich für einen Schritt in Richtung Zensur. So werden nur jene Medien überleben, die Geld und Macht hinter sich haben.