Heute ist Weißer Sonntag, Svens großer Erstkommunion-tag. Er ist doppelt aufgeregt. Wird Papa heute kommen?
Seit der Vater nicht mehr bei ihnen wohnt, ist das keine Selbstverständlichkeit. „Was soll das heißen, du weißt noch nicht, ob du kommen kannst? ... !“. Mehr hat Sven nicht mehr gehört, weil er sich die Ohren zugehalten hat, als Mama und Papa vor ein paar Tagen deswegen am Telefon gestritten haben. Weil Sven enttäuscht und traurig war, hat er seine Mama angemotzt: „Ich halt das nicht mehr aus, ich ziehe zu Opa und Oma!“ Das war ziemlich ungerecht, denn die Mama tut alles für Sven und sie ist für ihn sowieso die beste Mama der Welt. Als es heraußen war, hat es Sven auch gleich Leid getan. Beim Erstbeichtgespräch erzählte Sven das Ganze dem Herrn Pfarrer. Der Stein auf dem Herzen drückt jetzt nicht mehr so schwer ... Sven ist glücklich, als er nun in seiner langen Erstkommunionkutte neben seiner Schulfreundin Klara mit den anderen Kindern seiner Klasse aus der Kirche kommt und die Blasmusik spielt. Im Vorbeigehen lächelt er der Mama und den Großeltern zu. Sie sind gekommen und freuen sich mit ihm. Plötzlich ruft jemand seinen Namen. Sven wendet den Kopf. Da steht Papa mit dem Fotoapparat und winkt ihm zu. Am liebsten würde Sven einen Luftsprung machen, aber er nimmt sich zusammen und schreitet würdevoll weiter.„Danke, Jesus!“, denkt er sich. Auch beim Frühstück im Pfarrhof bleibt Papa noch. Nächsten Sonntag wollen sie alle einen Erstkommunionaus-flug machen.