Für „Sachkritik“ an den Vorhaben der neuen Bundesregierung ohne „parteipolitische Festlegung“ hat sich der Präsident der Katholischen Aktion Österreichs, Christian Friesl, ausgesprochen. Obwohl die kirchengebundenen Menschen nur zu 13 Prozent die FPÖ gewählt haben und damit jene Bevölkerungsgruppe sind, die am distanziertesten der neuen Regierungspartei gegenüberstehen, halte die KA nichts von Gesprächsverweigerung. Das sei auch der Grund gewesen, warum die KA nicht zur Teilnahme an der Großdemonstration „gegen die Regierung“ am 19. Februar aufgerufen habe. Die KA sehe es als ihre Aufgabe, so Friesl, sowohl innerhalb der Kirche als auch im Bereich der Gesellschaft für den Dialog einzutreten. Deshalb rufe sie auch die Christen auf, noch stärker als bisher in die politische Diskussion einzugreifen und ihre Werte einzubringen.
Zur „Sachkritik“ meinte Friesl: Die KA habe in der Vergangenheit die Ausländerpolitik der SPÖ-Innenminister kritisiert und fordere auch jetzt Änderungen; sie trete für ein umfassendes Antidiskrimierungsgesetz und fordere die Regierung auf, Pläne für Einsparungen auf Kosten Kranker und Armutsgefährdeter (Zivildienst, Kassenreform) zurückzunehmen. Protest erhob Friesl gegen die drohende Kostenexplosion beim Zeitungsversand und die Kürzung der Entwicklungshilfe.