In seinem an die mehr als 400.000 katholischen Priester gerichteten „Gründonnerstags-Brief“ betonte Papst Johannes Paul die Bedeutung des sakramental geweihten Amtspriesters. Dieser bleibe für die katholische Kirche „einzigartig, notwendig und unersetzlich“. Der Papst weist in seinem Schreiben auf die grundlegende Verschiedenheit des Weihepriestertums vom „allgemeinen Priestertum“ der Gläubigen hin. Nur die geweihten Priester seien dazu bestimmt, „in persona Christi“ die Handlung beim Letzten Abendmahl zu erneuern. Der Papst geht in dem Brief auch auf die persönliche Sündhaftigkeit der Priester ein. Oft habe die „dunkle Existenz der Sünde“ in der Geschichte des Priestertums und „die menschliche Gebrochenheit“ der Amtsträger in ihnen das Antlitz Christi verdunkelt. Trotz dieser Sünden habe das Volk nie aufgehört, an die in ihrem Dienst wirksame Kraft Christi zu glauben.