Gegen Einsparungen auf dem Rücken der Schüler sprachen sich vergangene Woche in einer gemeinsamen Pressekonferenz der Katholische Familienverband, die SP-nahen Kinderfreunde und der Dachverband der Elternvereine an Pflichtschulen aus. Ein Sparen bei der Ausbildung der Kinder sei ein Bärendienst an der Gesellschaft, betonte Familienverbandspräsident Johannes Fenz.
Anlass für die bemerkenswerte Allianz der drei Organisationen war die Forderung von Finanzminister Karl-Heinz Grasser, durch ein Anheben der Klassenschüler-Höchstzahlen Einsparungen bis zu 2,5 Milliarden Schilling zu erreichen. Fenz appellierte an Grasser, nicht in einem Bereich „Spar-Luftballons steigen zu lassen“, wo er offensichtlich keine Sachkompetenz habe. Die Vorsitzende der Kinderfreunde, Waltraud Witowetz-Müller, warf Grasser vor, mit seiner Rechnung, wonach in der Hauptschule neun Schüler auf einen Lehrer kommen, ein falsches Bild in der Öffentlichkeit zu erzeugen. Tatsächlich bestehe eine Hauptschulklasse aus durchschnittlich 23,5 Schülern, in der AHS und BHS seien Klassen mit 36 und mehr Schülern keine Seltenheit. Die drei Verbandssprecher kündigten eine Unterschriftenaktion zur Senkung der Klassenschüler-Höchstzahlen an. Informationen darüber: www.familie.at