Schulden – ein Wohlstandsthema, das vielen unter den Nägeln brennt
Ausgabe: 2000/38, Schulden, Konsumfalle
19.09.2000
- Elisabeth Pichler
Handy, Markenklamotten, diverse Statussymbole – das kostet Geld. Immer mehr Jugendliche tappen in die Schuldenfalle.
Es wird schwieriger, den notwendigen Grundstein für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Geldmitteln in der Familie zu legen. Den Weg zur Schuldnerberatung finden nicht nur Jugendliche häufiger, sondern auch Eltern, die sich Sorgen über die Zukunft ihrer Kinder machen.
Was sind die Ursachen?
Das hohe Maß von Einschränkung und Verzicht, das viele Erwachsene von früher noch kennen, ist heutzutage nicht mehr notwendig. Das Geld reicht ja meistens – und wenn nicht, fällt es oft schwer, den Kindern gegenüber transparent zu sein. Liebevolle Eltern möchten den Kindern das bieten, was für alle anderen scheinbar auch selbstverständlich ist. Kinder müssen jedoch lernen, in ihrer individuellen und realen Lebenswelt zurechtzukommen. Klarheit über vorhandene bzw. nicht vorhandene Mittel und die damit verbundenen Möglichkeiten und Grenzen des Konsums stärken und fördern das Kind sowohl in einem verantwortungsvollen Umgang mit (Geld-)Ressourcen als auch in seiner Gesamtpersönlichkeit. Dem gegenüber gibt es eine steigende Anzahl von Schlaraffenland-Kindern, deren Wünsche immer und sofort erfüllt werden, ohne dass sie selbst etwas dafür tun müssen. Sie lernen dabei nicht, sich einen Platz im Leben zu erobern und sich dafür anzustrengen. Sie erwarten, dass andere für sie sorgen und ihnen geben, was sie für ihre Unterhaltung und Konsumbefriedigung brauchen. Eine aggressive Konsumwerbung tut das Ihre.
Vorbild, Grenzen, Offenheit
Wie können wir Erwachsene dem Trend zum Konsumieren gegensteuern? Einige Überlegungen dazu: - Wie gehen wir mit nicht mehr „trendigen“ Gegenständen um? Werden diese sofort durch neue ersetzt? - Machen wir gezielte Unterscheidungen zwischen Notwendigem, Wichtigem, Nützlichem und Angenehmem? - Wichtig ist, Bedenken Kindern gegenüber immer wieder anzusprechen und kritische Auseinandersetzung zu ermöglichen.
Dipl. Sozialarbeiterin Elisabeth Pichler, Schuldner- und Familienberatung, Regionalstelle Rohrbach, Tel. 07289/5000-0. E-Mail: vps.rohrbach@schuldnerberatung.net