Vom „geöffneten Beichtstuhl“ bis zur computergesteuerten Kirchenführung spannte sich der Bogen der Initiativen, die Oberösterreichs Pfarren im Rahmen der Aktion „geöffnet“ setzten.
Nicht von ungefähr sind die Thermenregionen Österreichs mit ihren Wellness-Angeboten überlaufen. „Die Menschen sind auf der Suche nach Orten, wo sie ausrasten und durchatmen können und wo ihre Sinne angesprochen werden“, meint Mag. Stefan Schlager. Der Referent für Theologische Erwachsenenbildung war einer der Motoren der Aktion „geöffnet“: „Wir wollten bewusst machen, dass die Sehnsucht nach Ruhe und Stille auch in der Kirche und im Umfeld der Kirche erfüllt wird.“
Glaube am Wegrand
Die Flut der Rückmeldungen aus den Pfarren zeigt, dass viele Menschen die Einladung „Heilige Orte“ neu zu entdecken, angenommen haben. Dabei waren die einzelnen Veranstaltungen sehr unterschiedlich aufgebaut. Als Renner erwiesen sich die Marterl-wanderungen. Die Kombination von Bewegung, Erleben der Natur, geschichtlicher Information und Besinnung – oftmals in homöopathischer Dosis – sind offensichtlich eine Form von religiöser Praxis, die ankommt. Die Pfarre Hochburg (Dekanat Ostermiething) wallfahrtete mit den Fahrrädern zu den Kapellen und Wegkreuzen der Gemeinde. Die Bildungswerke von Steinerkirchen-Fischlham (Dekanat Pettenbach) nahmen die Aktion „geöffnet“ zum Anlass, um die neu errichteten Bildstöcke in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu rücken. Die Seelsorgestellen des Dekanates Linz-Süd haben sogar eine eigene Broschüre mit ihren „geöffnet“-Initiativen aufgelegt. Gemeinsam veranstalteten sie für Jogger und Spaziergänger an einem Sonntag im Naherholungsgebiet Wasserwald ein Mittagsgebet, das hervorragend besucht war.
Alte Kirche, neue Perspektive
„Vertrautes neu sehen lernen“, unter diesem Motto standen viele Kirchenführungen. So lenkte die Pfarre Neuhofen im Innkreis (Dekanat Ried/I.) den Blick auf die 35 Schwanthaler Figuren, die den Kirchenraum prägen. Über Computer wurden die Schweinwerfer gesteuert, um häufig übersehene Details der Plastiken hervorzuheben. Eigene Kinder-Kirchenführungen gab es in Hörsching (Dekanat Traun), und in Mauthausen (Dekant Perg) stellte man an jedem Fastensonntag einen „Einrichtungsgegenstand“ der Kirche in den Mittelpunkt des Gottesdienstes. So wurde die Bedeutung von Taufstein, Kirchentür, Beichtstuhl, Altar und Ambo besonders für die Kinder erschlossen.