Puchkirchen am Trattberg: Gelungene Neugestaltung der Pfarrkirche
Ausgabe: 2001/30, Puchkirchen am Trattberg, Puchkirchen, Pfarrkirche
25.09.2001
- Josef Wallner
„Wir haben einen Feierraum für das neue Jahrhundert geschaffen, der Platz gibt für eine lebendige Liturgie.“ So be-schreibt Pfarrassistent Mag. Johannes Frank die umgestaltete Pfarrkirche.
Der Zubau von zwei Seitenschiffen hat dem Kirchenraum einen völlig neuen Charakter gegeben: Durch die Verbreiterung des Kirchenschiffs war es möglich, die Bänke halbkreisförmig um den Altar anzuordnen. Zwei Probleme sind damit gelöst: Das bisher beengte neoromanische Langhaus wurde vergrößert und der Halbkreis symbolisiert deutlicher als die traditionelle Anordnung den Gemeinschafts- und Mahlcharakter des Gottesdienstes.
Der Altarraum wurde so geplant, dass Altar und Ambo näher am Volk sind. Altartisch, Ambo und Tabernakel wurden von Inge Dick gestaltet und in Buchenholz ausgeführt. Der Ambo besticht durch seine Schlichtheit und bietet die Möglichkeit das Evangelienbuch zum Volk gewendet abzulegen.
Da sich für die Kreuzwegbilder kein geeigneter Platz mehr fand, wurden die einzelnen Stationen, Steinplatten mit eingeritzten Kreuzen, im Fußboden verlegt. Die Stationen sind eine Einladung zum meditativen Gehen durch die Kirche. Trotz der grundlegenden Neugestaltung integrierte man die bestehende Einrichtung. Die beiden Seitenaltäre blieben ebenso im Gotteshaus wie der Hochaltar.
„Pfarrliche“ Liturgie-erneuerung
Bewundernswert die 900 Katholiken zählende Pfarrgemeinde Puchkirchen: Während der eineinhalbjährigen Bauzeit wurden nicht nur 5.000 Robotstunden geleistet, sondern man fand auch die Energie zur pfarrlichen Liturgieerneuerung. Folgende Eckpunkte zeichnen die Gottesdiens-te der Pfarre aus: Jeder Sonntagsgottesdienst wird mit einem großen Einzug eröffnet. „Damit Liturge und Volk Zeit finden sich einzustimmen und anwesend zu werden“, erklärt Pfarrassistent Frank. In einer Pfarre , die keinen Priester am Ort hat, gilt natürlich dem Wort Gottes eine besondere Aufmerksamkeit. Das Lektionar, das aufgeschlagen auf dem Ambo bleibt, zeigt diese Wertschätzung.Zur Gabenbereitung werden nicht nur Brot und Wein in einer Prozession zum Altar gebracht, sondern der Altar wird auch erst zu diesem Zeitpunkt gedeckt. Diese beiden Zeichenhandlungen werden bewusst jeden Sonntag gesetzt.Die Neugestaltung der Kirche kostete elf Millionen Schilling, 60 Prozent davon trägt die Diözese, den Rest hat die Pfarre aufzubringen. Die soeben laufende Haus-sammlung erbrachte bereits 2,1 Millionen Schilling.