Jeder Fall ist ein Fall zu viel. Weil es gerade in der Kirche so wichtig ist, dass Menschen zu Recht Vertrauen haben können, ist es begrüßenswert, dass sich der Priesterrat mit dem Thema sexueller Missbrauch an Unmündigen letzte Woche befasst hat.
Zwei Drittel der Missbrauchsfälle ereignen sich im privaten Bereich der Familie. Gerade letzte Woche ging ein Fall aus dem Stift Seitenstetten durch die Medien. Alles muss getan werden, damit Heilung möglich wird. Alles muss auch in der Vorbeugung getan werden, damit es zu Missbrauchsfällen gar nicht erst kommt.
Kirchliche Arbeit, Seelsorge insgesamt, ist Vertrauenssache. Vertrauen zu stärken, ist ihr Sinn. Auch mit persönlichen Fragen, selbst mit intimen Problemen sollen Menschen bei der Kirche Hilfe finden. Für viele Menschen hat sich die Kirche da als eine gute Adresse erwiesen. Die vielen Fälle, in denen Menschen wieder zu einem besseren Leben gefunden haben, können zwar die Missbräuche nicht vergessen machen. Wahr bleiben sie dennoch. Umso wichtiger ist, dass die Seelsorger und die Beratungsstellen bestmöglich geschult sind. So nahe am Menschen ist die Verantwortung besonders groß.